Kran in der Kalkulation: Ansatzpreise für Baustellengemeinkosten und LV-Positionen 2026

Kurzantwort: Ein gemieteter Turmdrehkran kostet 2026 250–2.200 € pro Woche ohne Montage, das sind rund 1.100–9.500 € pro Monat. Die Montagepauschale für Auf- und Abbau liegt je nach Gerät zwischen 1.200 und 32.000 €. Ein Autokran mit Kranführer kostet als 30-Tonner 500–800 € pro Einsatztag, ein Ladekran mit Bediener 70–150 € pro Stunde. In der Kalkulation gehört der Turmdrehkran als Bereitstellungsgerät in die Baustellengemeinkosten, der Autokran-Einsatztag für eine einzelne Position in deren Einzelkosten. Alle Werte netto, Stand September 2026, Basis: Kran-Preisindex 2026.

Diese Seite richtet sich an Kalkulatoren in Bauunternehmen und an Studierende des Baubetriebs, die für Kranpositionen belastbare Richtwerte mit Datum und Quelle brauchen. Wer als Bauherr wissen will, was der Kran für das eigene Haus kostet, ist im Ratgeber Baukran mieten: Kosten besser aufgehoben.

Kompakter Schnellbaukran (Untendreher) auf Abstützplatten hebt eine Palette Ziegel über den Rohbau eines Einfamilienhauses mit Gerüst
Der Regelfall im Rohbau eines Einfamilienhauses: Untendreher als Bereitstellungsgerät, Ballast auf Platten, kein Betonfundament (KI-generierte Darstellung).

Baustellengemeinkosten oder Einzelkosten: wohin gehört der Kran?

Die erste Frage in der Kalkulation ist nicht der Preis, sondern der Ort. Ein Turmdrehkran steht über die gesamte Rohbauzeit und bedient Mauerwerk, Decken, Fertigteile und den Dachstuhl. Er lässt sich keiner einzelnen Teilleistung zuordnen und ist deshalb ein Bereitstellungsgerät, so nennt ihn auch die Baugeräteliste. Seine Kosten wandern in die Baustellengemeinkosten (BGK) und werden über die Angebotssumme umgelegt.

Ein Autokran verhält sich anders. Er kommt für einen Tag, setzt die Dachbinder oder das Fertigteil-Treppenhaus und fährt wieder. Diese Kosten gehören in die Einzelkosten der Teilleistung (EKT), also direkt in die Position, für die er gebraucht wird. Wer den Autokran-Tag in die BGK schiebt, verwässert den Einheitspreis der Position, für die er tatsächlich gekommen ist.

KraneinsatzKostenartGrund
Turmdrehkran über die BauzeitBaustellengemeinkostenBereitstellungsgerät, dient vielen Positionen
Autokran für eine PositionEinzelkosten der TeilleistungLeistungsgerät, einer Position direkt zurechenbar
Autokran für die KranmontageBaustellengemeinkostenTeil des Auf- und Abbaus der Baustelleneinrichtung
Ladekran auf dem Lieferfahrzeugim Stoffpreis, wenn frei Baustelle abgeladen geliefert wirdAbladen ist dann Teil der Lieferung

Nach den Erfahrungswerten im Fachlexikon Bauprofessor macht die Baustelleneinrichtung im Hochbau etwa 5 bis 8 Prozent der Gesamtbauleistung aus, im Ingenieurbau 6 bis 11 Prozent, jeweils mit der Gerätevorhaltung über die Bauzeit.

Nebenleistung oder eigene Position: was die VOB/C sagt

Die ATV DIN 18299 zählt in Abschnitt 4.1 auf, was ohne Erwähnung im Vertrag zur Leistung gehört. Ganz vorn stehen zwei Punkte, die den Kran betreffen: 4.1.1 „Einrichten und Räumen der Baustelle einschließlich der Geräte und dergleichen“ und 4.1.2 „Vorhalten der Baustelleneinrichtung einschließlich der Geräte und dergleichen“. Der Turmdrehkran ist damit im Regelfall eine Nebenleistung. Er steht nicht im Leistungsverzeichnis, und seine Kosten müssen über die BGK in die Einheitspreise eingerechnet werden.

Eine eigene Ordnungszahl bekommt der Kran in zwei Fällen. Entweder der Auftraggeber schreibt die Baustelleneinrichtung als Besondere Leistung mit eigenen Positionen aus, dann wird sie mit Einzelkosten, Zuschlägen und Gewinn wie jede andere Position kalkuliert. Oder die Nebenleistung soll ausnahmsweise gesondert vergütet werden, was die DIN 18299 in Abschnitt 0.4.1 für Leistungen mit erheblichem Kostenanteil ausdrücklich vorsieht. Bei einem Obendreher über zwölf Monate ist dieser Kostenanteil schnell erreicht.

Das ist eine Zusammenfassung der Norm, keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist der Wortlaut der jeweils vereinbarten VOB-Ausgabe und der Vertrag.

Ansatzpreise je LV-Position 2026

Nach Kranklasse gestaffelt kostet ein Turmdrehkran als kleiner Untendreher 250–550 € pro Woche, als großer Untendreher oder kleiner Obendreher 450–950 € pro Woche und als mittlerer bis großer Obendreher 750–2.200 € pro Woche, jeweils ohne Montage und ohne Kranführer. Nach Tragkraft gestaffelt kostet ein Autokran als 30-Tonner 500–800 € pro Einsatztag, in den Klassen von 40 bis 100 Tonnen 700–1.500 € pro Einsatztag und in den Klassen von 130 bis 300 Tonnen 1.300–3.000 € pro Einsatztag, jeweils inklusive Kranführer. Ein Ladekran mit Bediener kostet 70–150 € pro Stunde.

LV-PositionAnsatz nettoEinheitHinweis
Turmdrehkran vorhalten, Untendreher klein250–550 €pro Wocherund 1.100–2.400 € pro Monat
Turmdrehkran vorhalten, Untendreher groß / Obendreher klein450–950 €pro Wocherund 1.950–4.100 € pro Monat
Turmdrehkran vorhalten, Obendreher mittel / groß750–2.200 €pro Wocherund 3.250–9.500 € pro Monat
Turmdrehkran auf- und abbauen, Untendreher klein1.200–3.200 €pauschalSelbstaufsteller
Turmdrehkran auf- und abbauen, Untendreher groß / Obendreher klein3.000–8.000 €pauschalObendreher mit Autokran
Turmdrehkran auf- und abbauen, Obendreher mittel / groß8.000–32.000 €pauschalAutokran, Monteure, Ballast
Autokran-Einsatz, 30-Tonnen-Klasse500–800 €pro Einsatztaginkl. Kranführer, etwa 8 h
Autokran-Einsatz, 40 bis 100 Tonnen700–1.500 €pro Einsatztaginkl. Kranführer, etwa 8 h
Autokran-Einsatz, 130 bis 300 Tonnen1.300–3.000 €pro Einsatztaginkl. Kranführer, ab etwa 80 t Ballasttransport extra
Autokran An- und Abfahrt200–1.200 €pauschalje nach Entfernung und Klasse
Ladekran mit Bediener70–150 €pro StundeLkw-Ladekran, Abladen und Versetzen
Minikran ohne Bediener250–550 €pro TagAnlieferung und Abholung zusammen 300–470 € extra
Anhängerkran ohne Bediener150–350 €pro Tagbis 1,5 t, Selbstfahrer

Quelle: Kran-Preisindex 2026 von KranVergleich.de, Basis: reale Auftragswerte, dokumentierte Angebote und veröffentlichte Preislisten; Baukran-Wochenmieten aus einer vollständigen veröffentlichten Preisliste (Stand 04/2026). Monatswerte: Woche mal 4,33. Alle Werte netto, unverbindlich. Stand: September 2026.

Transport des Krans, Baustrom, Fundament oder Kranfundamentanker und ein gestellter Kranführer kommen projektabhängig hinzu und sind in dieser Tabelle bewusst nicht enthalten. Sie hängen von Entfernung, Untergrund und Kolonne ab und lassen sich nicht als Richtwert mit derselben Datenbasis angeben. Die vollständige Methodik und die Zuschläge für Autokrane stehen im Kran-Preisindex 2026.

BGL-Zeiteinheiten auf Mietpreise umgerechnet

Die Baugeräteliste rechnet Vorhaltekosten für eigene Geräte aus Abschreibung, Verzinsung und Reparatur, dem monatlichen AVR-Satz, mit einem kalkulatorischen Zins von 6,5 Prozent im Jahr. Ein gemieteter Kran taucht dort nicht auf, seine Miete geht als Fremdleistung in die Kalkulation ein. Die Zeiteinheiten der BGL gelten trotzdem, weil Kalkulationsprogramme und Leistungsverzeichnisse damit arbeiten. Nach der BGL 2025 entspricht ein Monat 30 Kalendertagen, 21 Arbeitstagen oder 170 Vorhaltestunden.

Ein Beispiel mit einem kleinen Untendreher zu 400 € pro Woche: Die Monatsmiete beträgt 400 mal 4,33, also 1.732 €. Daraus ergeben sich rund 58 € pro Kalendertag, 82 € pro Arbeitstag oder gut 10 € pro Vorhaltestunde. Für ein Bereitstellungsgerät wie den Turmdrehkran rechnet die BGL bei kurzer Vorhaltezeit mit Kalender- oder Arbeitstagen, nicht mit Stunden. Der Stundenwert ist nur eine Hilfsgröße, wenn der Kran ausnahmsweise einer Position zugeordnet wird.

Ein Turmdrehkran wird stundenweise praktisch nie vermietet, üblich sind Wochen- und Monatsmieten. Wer für eine einzelne Hebeaufgabe einen Stundensatz braucht, kalkuliert mit dem Autokran oder dem Ladekran.

Was in der Montagepauschale steckt

Die Spanne von 1.200 bis 32.000 € für Auf- und Abbau irritiert auf den ersten Blick. Sie erklärt sich aus der Bauform. Ein Untendreher faltet sich mit eigener Hydraulik auf, der Vermieter bringt ihn mit dem Lkw, richtet ihn aus, legt den Ballast auf die Abstützplatten und weist die Kolonne ein. Das ist an einem Vormittag erledigt, die Pauschale deckt Transport, Monteur und Einweisung.

Ein Obendreher kommt in Einzelteilen. Turmstücke, Drehbühne, Gegenausleger mit Ballast und der Ausleger werden mit einem Autokran samt Crew gesetzt, das ist meist ein voller Krantag, und beim Abbau kommt der Autokran noch einmal. Dazu kommen die Monteure des Vermieters, das Fundament oder der Kreuzrahmen mit Ballast und die Anschlussarbeiten. Aus meiner Zeit in der Mobilkranmontage bei Liebherr in Ehingen weiß ich, wie viel Zeit an solchen Tagen nicht in der Luft, sondern am Boden vergeht: Ballast umsetzen, Abstützung ausrichten, warten, bis das nächste Turmstück verschraubt ist. Genau diese Stunden bezahlt die Pauschale, nicht das reine Heben.

Für die Kalkulation heißt das: Die Montagepauschale eines Obendrehers enthält die Autokran-Einsätze für Auf- und Abbau bereits. Wer den Autokran zusätzlich in eine eigene Position schreibt, rechnet ihn doppelt.

Rechenbeispiel: Umlage des Krans im Rohbau eines Einfamilienhauses

Angenommen wird ein Rohbau mit 200 m² Bruttogrundfläche, Bauzeit 16 Wochen, kleiner Untendreher als Bereitstellungsgerät. Die Kolonne stellt den Kranführer, ein Betonfundament entfällt.

PostenRechnungBetrag netto
Vorhalten Untendreher klein16 Wochen mal 250–550 €4.000–8.800 €
Auf- und Abbaupauschal1.200–3.200 €
Krankosten in den BGKSumme5.200–12.000 €
Umlage je m² Bruttogrundflächegeteilt durch 200 m²26–60 € pro m²

Eigene Rechnung auf Basis der Ansatzpreise oben. Ohne Transport, Baustrom und Kranführer. Stand: September 2026.

Die Umlage erfolgt in der Praxis nicht über die Fläche, sondern über die Angebotssumme: Die Krankosten werden mit den übrigen BGK addiert und als Prozentsatz auf die Einzelkosten aller Positionen geschlagen. Die Flächenkennzahl ist trotzdem nützlich, um ein Angebot des Kranvermieters schnell einzuordnen. Liegt der Kran bei einem Einfamilienhaus deutlich über 60 € pro m², lohnt der Blick auf Klasse und Mietdauer.

Für ein konkretes Projekt rechnet der Kostenrechner mit Ihren Werten, und für die Wahl zwischen Untendreher und Obendreher hilft der Ratgeber Baukran-Arten im Vergleich. Ob der Kran überhaupt stehen darf und was der Stellplatz tragen muss, steht im Ratgeber Kranstellplatz.

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Häufige Fragen: Baukran mieten

Gehört der Kran in die Baustellengemeinkosten oder in die Einzelkosten?
Ein Turmdrehkran, der über die Bauzeit für viele Positionen bereitsteht, ist ein Bereitstellungsgerät und gehört in die Baustellengemeinkosten. Ein Autokran, der für eine einzelne Position kommt, etwa für die Montage der Dachbinder, gehört in die Einzelkosten dieser Teilleistung.
Welcher Ansatz gilt 2026 für das Vorhalten eines Turmdrehkrans?
Ein gemieteter Turmdrehkran kostet 250–2.200 € pro Woche ohne Montage, umgerechnet rund 1.100–9.500 € pro Monat. Ein kleiner Untendreher liegt bei 250–550 € pro Woche, ein Obendreher der mittleren und großen Klasse bei 750–2.200 € pro Woche. Alle Werte netto, Stand September 2026.
Wie rechne ich eine Monatsmiete auf Kalendertage oder Arbeitstage um?
Nach der Baugeräteliste (BGL 2025) entspricht ein Monat 30 Kalendertagen, 21 Arbeitstagen oder 170 Vorhaltestunden. Eine Monatsmiete von 1.732 € ergibt damit rund 58 € pro Kalendertag, 82 € pro Arbeitstag oder gut 10 € pro Vorhaltestunde.
Muss der Kran im Leistungsverzeichnis als eigene Position stehen?
Nach ATV DIN 18299, Abschnitt 4.1, sind Einrichten, Vorhalten und Räumen der Baustelleneinrichtung einschließlich der Geräte Nebenleistungen. Sie gehören ohne eigene Position zur vertraglichen Leistung. Eine eigene Ordnungszahl bekommt der Kran nur, wenn der Auftraggeber ihn als Besondere Leistung ausschreibt oder die Nebenleistung ausnahmsweise gesondert vergüten will.
Was kostet die Montage eines Turmdrehkrans in der Kalkulation?
Die Montagepauschale für Auf- und Abbau liegt bei 1.200–3.200 € für einen kleinen Untendreher, bei 3.000–8.000 € für große Untendreher und kleine Obendreher und bei 8.000–32.000 € für mittlere und große Obendreher. Sie kommt zur Wochenmiete hinzu und wird einmalig angesetzt.
Ist der Kranführer in der Wochenmiete enthalten?
Bei einem Turmdrehkran nicht. Die Wochenmiete deckt das Gerät, der Kranführer kommt aus der eigenen Kolonne oder wird gesondert gestellt. Anders beim Autokran: Dort ist der Kranführer im Tages- oder Stundensatz bereits enthalten.

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