Kran-Preisindex 2026

Richtwerte nach Tonnage-Klassen und die Nebenkosten, die auf der Rechnung dazukommen

Herausgegeben von Christoph Jonetzko, der im Liebherr-Werk Ehingen schwere Mobilkrane montiert hat · Stand: September 2026 · jährliche Aktualisierung · Methodik · ergänzt den Kran-Preisreport 2026

Ein Kranpreis entsteht am Projekt, nicht im Katalog. Traglast, Ausladung, Anfahrt, Ballast und Genehmigungslage entscheiden über die Rechnung, und Kranvermieter kalkulieren jeden Einsatz einzeln. Deshalb finden Sie auf Anbieter-Websites fast nie eine Preisliste, und deshalb fehlt Bauherren und Einkäufern vor dem ersten Angebot jede Größenordnung.

Dieser Index schließt die Lücke mit Richtwerten je Tonnage-Klasse. Sie stützen sich auf reale Auftragswerte aus Anfragen, die über die Plattform vermittelt wurden, auf dokumentierte Angebote aus dem laufenden Jahr, auf die wenigen veröffentlichten Preislisten und auf meine eigene Marktrecherche. Jede Tabelle nennt ihre Basis. Das konkrete Angebot für Ihren Einsatz ersetzen die Tabellen nicht. Wie weit der Endpreis über der reinen Kranmiete liegt, zeigen die Praxiswerte. Alle Werte netto, unverbindlich, Stand September 2026.

Der Index auf einen Blick:

Öffentliche Preislisten sind in der Kranvermietung die Ausnahme. Dieser Index ersetzt sie durch Richtwerte aus realen Auftragswerten, dokumentierten Angeboten und laufender Marktrecherche. Ein Autokran der 30-Tonnen-Klasse kostet 500–800 € pro Tag inklusive Kranführer, ein Ladekran mit Bediener 70–150 € pro Stunde, ein Baukran 250–2.200 € pro Woche zuzüglich Montagepauschale.

Unverbindliche Richtwerte, netto zzgl. MwSt., ohne Anfahrt und Sondergenehmigungen. Stand: September 2026.

Autokrane und Mobilkrane: Richtwerte nach Tonnage-Klasse

Nach Tragkraft gestaffelt kostet ein Autokran als 30-Tonner 500–800 € pro Tag, in den Klassen von 40 bis 100 Tonnen 700–1.500 € pro Tag und in den Klassen von 130 bis 300 Tonnen 1.300–3.000 € pro Tag, jeweils inklusive Kranführer. Ab etwa 400 Tonnen wird fast immer individuell angeboten. Der Stundensatz beginnt in den mittleren Klassen bei 110 € pro Stunde und reicht bis über 400 € pro Stunde bei schweren Mobilkranen. Die meisten Betriebe berechnen mindestens vier Stunden. Dass die mittlere Klasse mit 110 € unter dem 30-Tonner beginnt, liegt an der Basis: Die 110 € stammen aus einer veröffentlichten Stundensatz-Staffel eines einzelnen Betriebs, die 150 € des 30-Tonners aus Auftragswerten und Angeboten.

KlasseTagessatzStundensatzHinweis
30 t (häufigste Klasse)500–800 €150–200 €/hMindestmiete meist 4 h
40–100 t700–1.500 €110–300 €/huntere Grenze aus einer veröffentlichten Staffel; ab ~80 t Ballasttransport einplanen
130–300 t1.300–3.000 €160–420 €/hAnfahrt und Ballast als eigene Posten
ab 400 tindividuelles Angebot üblichab 350 €/hProjektgeschäft, Vorlauf einplanen

Basis: eine vollständige veröffentlichte Stundensatz-Staffel (Stand 04/2026), veröffentlichte Preisangaben weiterer Betriebe, dokumentierte Angebote und reale Auftragswerte aus vermittelten Anfragen, konsistent mit der Preisübersicht der Plattform. Unverbindliche Richtwerte inkl. Kranführer, netto zzgl. MwSt., Einsatztag etwa 8 h, ohne Anfahrt und Ballast. Stand: September 2026.

Weitere Krantypen: Tagesmieten und Stundensätze

Ein Ladekran mit Bediener kostet 70–150 € pro Stunde. Diese Klasse ist im Index am besten belegt. Ein Anhängerkran ist ab 150 € pro Tag zu mieten, ein Minikran ab 250 € pro Tag, jeweils ohne Bediener. Einen Raupenkran bieten die Betriebe fast immer individuell an; für einen Richtwert gibt es keine veröffentlichten Tagespreise.

TypRichtwertHinweis
Anhängerkran (bis 1,5 t)150–350 €/Tagohne Bediener
Dachdeckerkran200–450 €/Tagohne Bediener
Minikran (Spinnenkran)250–550 €/Tagohne Bediener; Anlieferung, Abholung und Versicherung extra, je nach Vermieter
Ladekran / Kranwagen mit Bediener70–150 €/hmit Bediener; im Index am besten belegte Klasse
Raupenkranauf Anfrageinkl. Kranführer; keine veröffentlichten Tagespreise, Angebot je nach Tragkraft, Transport und Montage

Basis: veröffentlichte Preisangaben einzelner Betriebe (Ladekran mit Bediener: zehn Werte von sechs Betrieben), dokumentierte Minikran-Angebote und eigene Marktrecherche. Unverbindliche Richtwerte, netto zzgl. MwSt.Stand: September 2026. Detailpreise je Typ: Preisübersicht aller acht Krantypen.

Baukrane: Wochenmieten und Montagepauschalen

Stundenweise wird ein Baukran praktisch nie vermietet. Gemietet wird pro Woche, zuzüglich einer Montagepauschale für Auf- und Abbau. Ein kleiner Untendreher kostet 250–550 € pro Woche, große Obendreher erreichen 2.200 € pro Woche; die Montagepauschale liegt je nach Gerät zwischen 1.200 und über 30.000 €. Wie diese Werte als Ansatzpreise in Baustellengemeinkosten und Leistungsverzeichnis eingehen, zeigt der Ratgeber Kran in der Kalkulation.

KlasseWochenmieteMontage/Demontage
Untendreher klein (20–40 m Ausleger)250–550 €/Woche1.200–3.200 €
Untendreher groß / Obendreher klein450–950 €/Woche3.000–8.000 €
Obendreher mittel und groß750–2.200 €/Woche8.000–32.000 €

Basis: eine vollständige veröffentlichte Baukran-Preisliste (Stand 04/2026), Wochenmiete ohne Montage, ergänzt um eigene Marktrecherche; regional liegen die Preise oft höher. Unverbindliche Richtwerte, netto zzgl. MwSt. Stand: September 2026.

Regionale Kostenfaktoren: was den Endpreis zusätzlich bewegt

Die Kranmiete ist selten der einzige Posten. Die Anfahrtpauschale liegt bei leichten Klassen im Umkreis von etwa 60 km zwischen 35 und 120 €, bei schweren Autokranen zwischen 200 und 1.200 €. Ab etwa 80 Tonnen kommt der Ballasttransport hinzu, je nach Klasse 300 bis 6.800 €. Dazu kommen prozentuale Zuschläge auf den Kranpreis für Schwerlast, Treibstoff, Emission oder Versicherung. In den dokumentierten Angeboten dieses Jahres lagen sie zusammen zwischen 5 und 22 %, der Treibstoffzuschlag oft gestaffelt nach dem Dieselpreis am Einsatztag. Manche Betriebe rechnen stattdessen mit einem festen Mineralölzuschlag und legen die Haftungs- und Montageversicherung als Obligo um. Bei Kurzeinsätzen wiegt die Mindesteinsatzzeit von vier Stunden zusammen mit der Anfahrtpauschale oft schwerer als der Stundensatz selbst. Der Treibstoffzuschlag ist 2026 die Position, die sich am schnellsten bewegt: Er stieg im September mit dem Dieselpreis, der auf bis zu 2,60 € pro Liter kletterte. Angebote aus dem Herbst 2026 liegen deshalb eher am oberen Rand der Richtwerte. Basis dieses Absatzes: dokumentierte Angebote aus dem Jahr 2026, ausgewertet als Spannen, und die Anfahrtsangaben der veröffentlichten Preislisten.

In Städten kommt die Verkehrssicherung dazu. Steht der Kran auf öffentlichem Grund, kosten Halteverbotszone oder Straßensperrung in den dokumentierten Angeboten 1.500 bis 1.900 € pauschal, bei einem kleinen Kraneinsatz also so viel wie der Kran selbst. Mehr dazu im Ratgeber Straßensperrung beim Kraneinsatz.

Auch die Anbieterdichte unterscheidet sich regional deutlich; in dünn besetzten Regionen bedeuten längere Anfahrten höhere Nebenkosten. Die Verteilung je Bundesland zeigt der Kran-Preisreport 2026. Die Entfernung zum nächsten Betrieb je Krantyp steht in der Auswertung Anbieterdichte 2026.

Praxiswerte aus vermittelten Anfragen

Ergänzt im Oktober 2026. Die Tabellen oben bleiben auf dem Stand September 2026.

Auftragswerte und dokumentierte Angebote zeigen, wo die Richtwerte im Alltag liegen und wie weit die Rechnung darüber hinausgeht. Ein typischer kleinerer Autokran-Einsatz wurde 2026 für pauschal 500 bis 1.100 € abgeschlossen. Wie weit ein Einsatz darüber liegen kann, zeigt ein dokumentiertes Angebot aus dem Juli 2026: Ein Mobilkran-Einsatz mit 60 Metern Ausladung wurde mit rund 5.900 € pauschal für sechs Stunden angeboten, dazu kamen rund 1.500 € für Straßensperrung und Verkehrszeichenplan.

Wie stark die Nebenkosten den Endpreis bewegen, zeigt eine Modellrechnung mit Werten aus diesem Index für einen Mobilkran der 200-Tonnen-Klasse an einem Einsatztag von acht Stunden in einer Großstadt: 2.200 € Tagessatz, An- und Abfahrt mit drei Stunden zum Stundensatz von 250 € (750 €), Ballasttransport mit zwei Sattelzügen 1.500 €, Begleitfahrzeug 400 €, dazu prozentuale Zuschläge für Schwerlast, Treibstoff und Emission von zusammen 22 %. Aus 2.200 € Kranmiete werden so rechnerisch 5.300 bis 5.900 € für den Einsatztag, je nachdem, ob die Zuschläge nur auf die Kranmiete oder auf alle Positionen gerechnet werden, und ohne Straßensperrung; die käme mit 1.500 bis 1.900 € pauschal dazu. Die Kranmiete ist in solchen Fällen weniger als die Hälfte der Rechnung. Die dokumentierten Angebote des Jahres 2026 für diese Klasse liegen in derselben Größenordnung.

Am anderen Ende der Skala zeigen sechs Angebote von sechs Betrieben vom Oktober 2026 für Autokrane der 40- und 50-Tonnen-Klasse, was ein kurzer Einsatz kostet: Stundensätze von 95 bis 135 € mit Kranführer, zwei bis vier Stunden Mindesteinsatz, An- und Abfahrt rund 100 bis 270 € pauschal, prozentuale Zuschläge von zusammen 5 bis 22 %, dazu je nach Einsatz Zubehör oder eine Fahrgenehmigung. Kurze Einsätze lagen damit bei rund 500 bis 850 € netto. Anfahrt und Zuschläge machen dabei schnell 40 % der Rechnung aus, der Stundensatz allein sagt über den Endpreis wenig. Zwei der Stundensätze lagen unter den 110 € der Klassentabelle, einer davon für einen mehrtägigen Einsatz. Die Tabelle bleibt auf dem Stand September 2026 und wird mit der Ausgabe 2027 fortgeschrieben.

Die leichte Klasse zeigt dasselbe Muster. Ein Mini-Raupenkran ohne Bediener kostet nach den veröffentlichten Preislisten von drei Vermietern 250 bis 550 € pro Arbeitstag. Dazu kommen eine Versicherung mit Selbstbeteiligung sowie Anlieferung und Abholung, die jeder Vermieter nach Entfernung berechnet. Gewerbliche Nutzer brauchen für den Minikran den Kranschein nach DGUV Grundsatz 309-003, Privatkunden eine dokumentierte Einweisung durch den Vermieter. Die Nebenkosten erhöhen die reine Tagesmiete deutlich, fragen Sie deshalb nach dem Preis für den ganzen Einsatz.

Was sich gegenüber dem Kran-Preisreport 2026 geändert hat

Der Preisreport vom Juni 2026 arbeitete mit Preisspannen aus der Marktrecherche des ersten Quartals. Für diesen Index habe ich die Datenbasis erweitert und an fünf Stellen korrigiert:

  • Stundensätze Autokrane: die untere Grenze der mittleren Klassen liegt jetzt bei 110 statt 150 € pro Stunde, nach einer vollständigen veröffentlichten Stundensatz-Staffel (Stand 04/2026). Die oberen Grenzen bleiben.
  • Baukrane: die Wochenmieten (und die Monatsmieten der Preisübersicht) stammen jetzt aus einer veröffentlichten Preisliste (Stand 04/2026) statt aus Schätzwerten.
  • Ladekran mit Bediener: nur noch als Stundensatz (70–150 € pro Stunde) ausgewiesen; ein Tagessatz hatte keine belastbare Basis.
  • Minikran ohne Bediener: Tagesmiete 250–550 € statt 250–500 €, belegt durch die veröffentlichten Preislisten von drei Vermietern (Stand Oktober 2026). Für Anlieferung und Abholung weist der Index keinen Richtwert mehr aus, weil dafür keine drei unabhängigen Quellen vorliegen.
  • Neu: Praxiswerte aus vermittelten Anfragen und dokumentierte Angebote, ausgewertet als Spannen und Modellrechnungen; einzelne Angebote werden nicht veröffentlicht.

Das sind Korrekturen der Datenbasis, keine Marktbewegung. Wo Redaktionen die Werte des Preisreports übernommen haben, gilt für 2026 dieser Index. Ob und wo Kranmiete teurer wird, lässt sich erst im Vergleich zweier Ausgaben mit derselben Methode sagen, also mit der Ausgabe 2027.

Methodik und Datenbasis

  • Auftragswerte: freiwillige Angaben von Kunden und annehmenden Betrieben zu vermittelten Anfragen, ausschließlich als Aggregate, ohne Kunden- und ohne Firmennamen.
  • Dokumentierte Angebote: vollständige Angebote aus dem laufenden Jahr mit Kranmiete, Nebenkosten und Zuschlägen, gerundet und ohne Firmen- oder Ortsangabe.
  • Marktrecherche: eigene Recherche über die gelisteten Kranvermieter, konsistent mit der Preisübersicht der Plattform. Alle Werte netto, unverbindlich.
  • Prüfung veröffentlichter Preisangaben: im August 2026 habe ich die Websites von 522 Kranvermietern mit eigener Website in Deutschland und Österreich durchgesehen; die wenigen vollständigen Preislisten sind in die Tabellen eingeflossen. Diese Durchsicht wiederhole ich jährlich.

Der Index ist keine Vollerhebung des Kranmarkts in Deutschland und Österreich. Die Aufnahme in den Katalog ist für Kranbetriebe kostenlos. Wählt ein Kunde das Angebot eines Betriebs aus, zahlt in Deutschland seit dem 1. Oktober 2026 der ausgewählte Betrieb eine Vermittlungsgebühr. Für Kunden bleibt die Anfrage kostenlos. Die Richtwerte entstehen unabhängig davon: Auftragswerte gehen nur als Aggregate ein, ohne Zuordnung zu einem Betrieb, und kein Betrieb kann eine Zeile des Index beeinflussen.

Alle Zahlen und Tabellen dürfen für redaktionelle Zwecke frei verwendet werden, mit der Quellenangabe „KranVergleich.de, Kran-Preisindex 2026“ und Link auf diese Seite.

Häufige Fragen: Kran mieten

Was kostet es 2026, einen Kran zu mieten?▼
Als Richtwert nach Tonnage-Klassen: Ein Autokran der 30-Tonnen-Klasse kostet 500–800 € pro Tag inklusive Kranführer, die Klassen von 40 bis 100 Tonnen liegen bei 700–1.500 € pro Tag. Leichte Krane beginnen bei 150 € pro Tag (Anhängerkran), ein Ladekran mit Bediener kostet 70–150 € pro Stunde. Baukrane werden wochenweise gemietet, 250–2.200 € pro Woche zuzüglich Montagepauschale. Alle Werte netto, Stand September 2026.
Warum veröffentlichen Kranvermieter kaum Preislisten?▼
Weil jeder Einsatz einzeln kalkuliert wird: Die Traglast, die Ausladung, der Weg zum Einsatzort, der Ballast und die Genehmigungen unterscheiden sich von Baustelle zu Baustelle. Bei der Durchsicht von 522 Kranvermieter-Websites im August 2026 fanden sich nur wenige vollständige Preislisten. Der Index liefert deshalb Richtwerte je Klasse statt Listenpreise.
Woher stammen die Zahlen im Kran-Preisindex?▼
Aus vier Quellen: realen Auftragswerten aus über die Plattform vermittelten Anfragen, dokumentierten Angeboten aus dem laufenden Jahr, eigener Marktrecherche und den wenigen veröffentlichten Preislisten, die eine Durchsicht von 522 Kranvermieter-Websites in Deutschland und Österreich (August 2026) ergeben hat. Ausgewiesen wird alles als unverbindliche Richtwerte. Der Index ist keine Vollerhebung des Markts in Deutschland und Österreich.
Dürfen die Zahlen aus dem Index zitiert werden?▼
Ja. Alle Zahlen und Tabellen dürfen für redaktionelle Zwecke frei verwendet werden. Bedingung ist die Quellenangabe „KranVergleich.de, Kran-Preisindex 2026“ mit Link auf diese Seite. Für Rohdaten oder Sonderauswertungen erreichen Sie mich unter christoph@kranvergleich.de.
Wie oft wird der Kran-Preisindex aktualisiert?▼
Jährlich, mit derselben Methode: Die Auftragswerte werden fortgeschrieben, die Durchsicht der Anbieter-Websites wiederholt. Erst dieser Vergleich zweier Ausgaben zeigt, ob und wo Kranmiete teurer wird. Tagesaktuelle Preise für ein konkretes Projekt erhalten Sie über eine kostenlose Sammelanfrage an mehrere Anbieter.

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Die Ausgabe 2027 erscheint im September 2027 mit derselben Methode und dem Vergleich zum Vorjahr. Wer sie eine Woche vor der Veröffentlichung lesen möchte, schreibt mir eine kurze E-Mail.