UVV-Prüfung beim Kran: Intervalle, Kosten und wer sie durchführen darf (2026)
Kurzantwort: Jeder gewerblich betriebene Kran muss nach § 26 der DGUV Vorschrift 52 mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen geprüft werden. Autokrane, Mobilkrane und Raupenkrane brauchen zusätzlich alle vier Jahre eine Sachverständigenprüfung, ab dem 13. Betriebsjahr sogar jährlich. Eine UVV-Prüfung kostet je nach Krangröße 150–400 € pro Termin. Wer einen Kran mit Bediener mietet, muss sich um die Prüfung nicht kümmern, sollte aber wissen, woran er ein gültig geprüftes Gerät erkennt. Stand: August 2026.

Rechtsgrundlage: DGUV Vorschrift 52 und Betriebssicherheitsverordnung
Die Prüfpflicht für Krane steht in § 26 der DGUV Vorschrift 52 („Krane“): Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Krane „nach Bedarf, jährlich jedoch mindestens einmal, durch einen Sachkundigen geprüft werden“. Adressat ist immer der Betreiber, nicht der Hersteller und nicht der Kranführer.
Daneben verlangt die Betriebssicherheitsverordnung, dass Arbeitsmittel von einer „zur Prüfung befähigten Person“ geprüft werden. In der Praxis meinen beide Begriffe denselben Personenkreis: Techniker mit Kran-Ausbildung und Berufserfahrung, etwa Kranmeister, Servicetechniker der Hersteller oder Prüfdienstleister. Das Prüfergebnis wird im Prüfbuch des Krans dokumentiert, mit Stammblatt, Beiblättern und dem Bericht der letzten wiederkehrenden Prüfung.
Ein verbreitetes Missverständnis lässt sich hier gleich ausräumen: Die UVV-Prüfung ist keine TÜV-Untersuchung. Die Straßentauglichkeit eines Autokrans nach StVZO ist laut DGUV Grundsatz 309-001 ausdrücklich „nicht im Prüfumfang enthalten“ und läuft als separater Termin.
Prüfintervalle nach Krantyp und Alter
Für die jährliche Grundprüfung gilt: Ein Kran muss mindestens einmal pro Jahr durch einen Sachkundigen geprüft werden, unabhängig von Typ und Alter. Turmdrehkrane (Baukrane) sind zusätzlich bei jeder Aufstellung und nach jedem Umrüsten zu prüfen. Für die Sachverständigenprüfung gilt ein eigener Turnus, der sich mit dem Alter des Krans verkürzt.
| Krantyp | Sachkundigenprüfung | Sachverständigenprüfung |
|---|---|---|
| Autokran, Mobilkran, Raupenkran (Fahrzeugkrane) | jährlich | alle 4 Jahre; ab dem 13. Betriebsjahr jährlich |
| Baukran / Turmdrehkran | jährlich, zusätzlich bei jeder Aufstellung und Umrüstung | alle 4 Jahre; im 14. und 16. Betriebsjahr, danach jährlich |
| LKW-Ladekran (fest montiert, bis 30 mt Lastmoment und 15 m Ausleger) | jährlich | keine Turnuspflicht nach § 26 Abs. 3 |
| LKW-Anbaukran (abnehmbare Bauart) | jährlich | alle 4 Jahre |
| Minikran, Anhängerkran, Dachdeckerkran | jährlich | je nach Bauart; maßgeblich ist die Einstufung im Prüfbuch |
Quelle: DGUV Vorschrift 52 § 26 Abs. 1–5 (Intervalle), § 2 (Definition LKW-Ladekran/-Anbaukran) und DGUV Grundsatz 309-001, Anhang 3. Stand: August 2026.
Die Sachverständigenprüfung ersetzt in dem Jahr, in dem sie stattfindet, die Sachkundigenprüfung. Sie verdoppelt den Aufwand also nicht, sie hebt ihn in bestimmten Jahren auf eine höhere Stufe.
Zwei Details aus der Tabelle verdienen einen zweiten Blick. Erstens die Altersgrenze: Dass ein Fahrzeugkran ab dem 13. Betriebsjahr jedes Jahr vor einen Sachverständigen muss, macht ältere Geräte im Unterhalt spürbar teurer. Zweitens die Ladekran-Ausnahme: Sie gilt nur für fest montierte Ladekrane bis 30 Metertonnen Lastmoment und 15 Meter Auslegerlänge. Größere Ladekrane fallen nicht mehr unter diese Definition und damit auch nicht unter die Ausnahme.
Wer darf prüfen: Sachkundiger oder Sachverständiger?
Der Sachkundige führt die jährliche Prüfung durch. Das kann ein entsprechend geschulter Mitarbeiter des Betreibers sein, ein Kranmeister oder ein externer Prüfdienstleister. Der Sachverständige ist eine Stufe darüber angesiedelt und wird für den Vier-Jahres-Turnus und die altersbedingten Prüfungen gebraucht, typischerweise von Herstellern oder Prüforganisationen benannt.
Was bei der Prüfung konkret passiert, kenne ich aus meiner Zeit im Liebherr-Werk Ehingen, wo ich vier Jahre Mobilkrane mitgebaut habe. Geprüft wird in vier Blöcken: erst die Dokumentation (Prüfbuch vollständig?), dann die Sichtprüfung, bei der etwa die Seile nach festen Ablegekriterien beurteilt werden: Verschleiß, Drahtbrüche und Durchmesserverlust haben im Prüfgrundsatz harte Grenzwerte, ein grenzwertiges Seil fliegt raus. Danach folgt die Funktionsprüfung ohne Last (Not-Halt, Bremsen aller Werke) und zuletzt die Funktionsprüfung mit Last. Dort wird die Lastmomentbegrenzung in beiden Extremen getestet: kleine Last bei großer Ausladung und große Last bei kleiner Ausladung. Genau diese Abschaltung ist die Einrichtung, die auf der Baustelle das Umkippen verhindert.
Was kostet die UVV-Prüfung?
Eine UVV-Prüfung kostet beim Kran typischerweise 150–400 € pro Termin. Die Spanne stammt aus Angaben von Prüfdienstleistern (Stand August 2026): kleinere Hebezeuge liegen am unteren Rand, große Fahrzeugkrane mit Lastprüfung am oberen Ende und darüber. Preistreiber sind die Krangröße, die Anfahrt, eine nötige Prüflast und die Frage, ob ein Sachverständiger statt eines Sachkundigen anreisen muss.
Für Mieter ist die wichtigere Zahl die Relation: Eine jährliche UVV-Prüfung kostet weniger als eine einzige Tagesmiete eines Autokrans, die bei 500–2.000 € pro Tag liegt. Ein seriöser Vermieter hat die Prüfung deshalb längst eingepreist.
Wie eng Vermietung und Prüfwesen zusammenhängen, zeigt ein Blick in unseren eigenen Katalog: Fast 40 der über 670 auf KranVergleich.de gelisteten Betriebe nennen Prüfleistungen ausdrücklich in ihrem Leistungsspektrum, vom Vermieter, der Sachkundigen- und Sachverständigenprüfungen selbst anbietet, über Werkstätten, die mit „alle Maschinen UVV-geprüft“ werben, bis zum Betrieb, der Prüfgewichte für die Lastprüfung bereitstellt. Die Prüfung ist in dieser Branche kein lästiger Pflichttermin am Rand, sondern Teil des Alltagsgeschäfts.
Misstrauisch sollten Sie eher werden, wenn ein Angebot auffällig unter dem Markt liegt und das Prüfbuch „gerade nicht greifbar“ ist. Was Kranmiete regulär kostet, steht im Detail in unserem Ratgeber zu Kranpreisen.
Gemieteter Kran: Wer ist für die Prüfung verantwortlich?
Die Prüfpflicht trifft den Betreiber des Krans. Bei der Miete kommt es deshalb darauf an, in wessen Regie das Gerät läuft:
| Mietkonstellation | Prüfverantwortung in der Praxis |
|---|---|
| Kran mit Bediener (Regelfall bei Autokranen) | Der Vermieter bleibt Betreiber; Prüfung, Prüfbuch und Wartung sind seine Sache |
| Kran ohne Bediener (etwa Minikran oder Anhängerkran in Eigenregie) | Der Mieter übernimmt für die Mietzeit Betreiberpflichten; die gültige Prüfung muss bei Übergabe nachgewiesen sein, tägliche Sicht- und Funktionskontrolle liegt beim Mieter |
| Langzeitmiete über Monate | Fällt eine turnusmäßige Prüfung in die Mietzeit, muss der Vertrag regeln, wer sie organisiert und bezahlt |
Wichtig für beide Seiten: Diese Aufteilung ist der Regelfall, kein Automatismus. Der Mietvertrag kann sie verschieben, deshalb gehört die Prüffrage vor der Unterschrift geklärt.
Bei der Übergabe eines gemieteten Krans ohne Bediener lohnt ein kurzer Blick ins Prüfbuch, bevor Sie unterschreiben. Fünf Punkte reichen:
- Liegt das Prüfbuch mit Stammblatt überhaupt vor?
- Trägt der letzte Prüfbericht ein Datum innerhalb der letzten zwölf Monate?
- Ist die Prüfung ohne „erhebliche Mängel“ bestanden, und sind vermerkte Mängel als behoben gegengezeichnet?
- Passt die Seriennummer im Prüfbuch zum Gerät vor Ihnen?
- Bei Fahrzeugkranen mit mehr als zwölf Betriebsjahren: Steht die jährliche Sachverständigenprüfung im Buch?
Fehlt einer dieser Punkte, ist das kein Grund für Panik, aber ein Grund für eine Frage an den Vermieter, bevor der Kran den ersten Hub macht. Die Checkliste gibt es auch als einseitiges PDF zum Ausdrucken – ohne Anmeldung, für die Baustellenmappe.
Kran mit aktueller Prüfung und Bediener anfragen
Beschreiben Sie Last, Einsatzort und Termin, ich leite Ihre Anfrage an passende Kranbetriebe in Ihrer Region weiter, kostenlos und unverbindlich. Wer Kapazität frei hat, meldet sich direkt bei Ihnen.
Häufige Fragen: Kran mieten
Wie oft muss ein Kran geprüft werden?▼
Wer darf die UVV-Prüfung am Kran durchführen?▼
Was kostet die UVV-Prüfung eines Krans?▼
Ab wann muss ein Autokran jährlich zum Sachverständigen?▼
Der gemietete Kran hat keine aktuelle Prüfung. Was tun?▼
Kran mieten? Dann gleich mit Prüfnachweis.
Über den Kranvergleich erreichen Sie mit einer Anfrage mehrere Betriebe aus Ihrer Region; über 670 Kranfirmen aus ganz Deutschland sind gelistet.
Kranbetriebe in der Nähe findenKostenlos & unverbindlich.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Stand der Vorschriften im August 2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung.
Lieber selbst kalkulieren? Zum Kostenrechner: Tagespreis in 2 Minuten abschätzen.