Kran kaufen oder mieten? Break-even-Rechnung & Entscheidungshilfe 2026
Ein Kran kostet beim Kauf zwischen 25.000€ (Anhängerkran) und 5.000.000€ (Schwerlast-Raupenkran) — und dann kommen jährlich noch einmal 15–30% des Kaufpreises für Wartung, Versicherung, Kranführer und Wertverlust hinzu. Wir rechnen vor, ab wie vielen Einsatztagen pro Jahr sich der Kauf gegenüber der Miete rechnet.
Kurz gesagt: Bei kleinen Kranen (Anhängerkran, Minikran) lohnt sich der Kauf ab ca. 40–80 Einsatztagen/Jahr. Bei mittleren (Autokran 30–80t) erst ab 150–220 Tagen. Bei Schwerlastkranen (Mobil-/Raupenkran) fast nie — diese werden praktisch immer gemietet oder über Leasing finanziert.
Stand: April 2026 | Alle Preise netto zzgl. MwSt.
Was kostet ein Kran zum Kauf? Anschaffungspreise 2026
Die Anschaffungskosten für einen Kran hängen stark von Typ, Tragkraft und Hersteller ab. Die folgenden Preise beziehen sich auf Neukrane — gebrauchte Modelle kosten typischerweise 30–60% davon.
| Krantyp | Neupreis | Gebraucht | Typische Käufer |
|---|---|---|---|
| Anhängerkran | 25.000–80.000€ | 10.000–40.000€ | Dachdecker-Kleinbetriebe, Garten- & Landschaftsbau |
| Minikran | 50.000–300.000€ | 25.000–120.000€ | Glasmontagebetriebe, Innenausbau-Spezialisten |
| Dachdeckerkran | 80.000–200.000€ | 35.000–90.000€ | Dachdeckerbetriebe mit hoher Auslastung |
| Ladekran (auf LKW) | 60.000–250.000€ | 25.000–120.000€ | Speditionen, Baustoffhändler, Logistikdienstleister |
| Autokran 30–80t | 400.000–1.500.000€ | 150.000–700.000€ | Spezialisierte Kranvermietungen |
| Baukran (Turmdrehkran) | 150.000–800.000€ | 50.000–400.000€ | Große Bauunternehmen mit Dauerauslastung |
| Mobilkran 100–500t | 1.500.000–4.000.000€ | 500.000–1.800.000€ | Reine Kranvermieter, Großunternehmen |
| Raupenkran 100–500t | 1.000.000–5.000.000€ | 400.000–2.500.000€ | Windkraft-Errichter, Schwerlast-Spezialisten |
Neupreise für Hersteller wie Liebherr, Terex, Manitowoc, Palfinger, Böcker, Klaas, Jekko. Gebrauchtpreise variieren stark mit Baujahr, Betriebsstunden und Zustand.
Versteckte Kosten beim Kranbesitz
Der Kaufpreis ist nur die halbe Wahrheit. Wer einen Kran kauft, zahlt jedes Jahr zusätzlich zwischen 15% und 30% des Anschaffungspreises an laufenden Kosten — bei einem 600.000€ Autokran sind das 90.000–180.000€ pro Jahr, bevor der Kran einen einzigen Handgriff getan hat.
Wartung & Inspektionen — 5–8% pro Jahr
Regelmäßige Wartung durch den Hersteller, Verschleißteile (Seile, Bremsen, Hydraulik), Ölwechsel. Bei älteren Kranen steigt dieser Posten deutlich.
Versicherung — 1–2% pro Jahr
Maschinenbruchversicherung, Haftpflicht, Transportversicherung. Bei einem 600.000€ Autokran: 6.000–12.000€ jährlich.
Kranführer-Gehalt — 60.000–80.000€ brutto/Jahr
Bei Auto-, Mobil- und Raupenkranen gesetzlich vorgeschrieben (kein Einsatz ohne Bediener). Inkl. Sozialversicherung, Weiterbildung und Urlaubsersatz kalkulieren die meisten Betriebe 75.000–95.000€ pro Kranführer und Jahr.
Wertverlust (Abschreibung) — 6–10% pro Jahr
Im ersten Jahr 10–15%, danach ca. 6–8% pro Jahr. Über 10 Jahre verliert ein Kran rund 50–60% seines Neuwerts.
Finanzierung / Kapitalbindung — 3–5% pro Jahr
Zinsen auf Kredite oder entgangene Rendite auf gebundenes Eigenkapital. Bei 500.000€ Kaufpreis: 15.000–25.000€ pro Jahr Opportunitätskosten.
TÜV, Prüfungen, Zertifikate — 500–3.000€ pro Jahr
Jährliche Hauptuntersuchung nach BetrSichV, Kranprüfungen, Sachverständigen-Gutachten, Dokumentation. Bei Schwerlastkranen entsprechend höher.
Lagerung, Transport & Standzeiten
Stellplatz oder Halle zwischen Einsätzen, Transporte zwischen Baustellen, Stillstand bei schlechtem Wetter oder Auftragslücken. Schwer zu beziffern, aber real.
Break-even: Ab wann lohnt sich der Kauf eines Krans?
Der Break-even-Punkt ist die Anzahl der Einsatztage pro Jahr, ab der die Kaufkosten (Anschaffung + jährliche Fixkosten) günstiger sind als die entsprechende Miete. Faustformel:
Hier die Richtwerte pro Krantyp — kalkuliert mit Standardauslastung, Finanzierung über 8 Jahre und Mietpreisen aus unserer Preisliste:
| Krantyp | Fixkosten/Jahr | Mietpreis/Tag | Break-even | Kauf lohnt sich? |
|---|---|---|---|---|
| Anhängerkran | ~8.000€ | 200€ | ca. 40 Tage | bei Dachdeckerbetrieben sinnvoll |
| Minikran | ~22.000€ | 350€ | ca. 65 Tage | bei Glasmontagebetrieben oft rentabel |
| Dachdeckerkran | ~20.000€ | 300€ | ca. 70 Tage | ja, bei Dachdeckerbetrieben ab mittlerer Größe |
| Ladekran (mit LKW) | ~35.000€ | 500€ | ca. 80 Tage | für Speditionen ab Eigenauslastung rentabel |
| Autokran 30–50t | ~150.000€ | 800€ | ca. 200 Tage | nur bei reinen Kranvermietern |
| Autokran 80–120t | ~200.000€ | 1.300€ | ca. 180 Tage | nur bei reinen Kranvermietern |
| Baukran (mittel) | ~50.000€ | 8.000€/Monat | ca. 6 Monate/Jahr | nur für große Bauunternehmen |
| Mobilkran 250t+ | ~400.000€ | 2.800€ | ca. 230 Tage | praktisch nie — immer mieten |
Die Zahlen sind Richtwerte. Der tatsächliche Break-even hängt von Finanzierungsart, regionalen Mietpreisen, Wartungsaufwand und möglichen Mieterträgen durch Untervermietung ab.
Entscheidungsmatrix: Kaufen oder mieten?
Die reine Break-even-Rechnung ist nur die halbe Miete. Auch strategische Faktoren zählen: Kapitalbindung, Flexibilität, Verfügbarkeit und Risiko. Hier die wichtigsten Entscheidungskriterien:
✓ Kauf lohnt sich, wenn…
- • Auslastung über 150–220 Einsatztagen pro Jahr (je nach Krantyp)
- • Stabiler Auftragsbestand über 5+ Jahre
- • Eigener, ausgebildeter Kranführer vorhanden
- • Möglichkeit, den Kran an Dritte zu vermieten (Mieteinnahmen gegenrechnen)
- • Kranbetrieb ist Kerngeschäft (z. B. Dachdecker mit Dachdeckerkran)
- • Ausreichend Kapital verfügbar, das nicht anderweitig benötigt wird
↻ Miete lohnt sich, wenn…
- • Einzel- oder Projektgeschäft mit wechselndem Bedarf
- • Unterschiedliche Krantypen werden benötigt (Flexibilität)
- • Weniger als 100–150 Einsatztage pro Jahr
- • Kapital für Wachstum oder andere Investitionen benötigt
- • Kein eigenes Fachpersonal (Kranführer, Wartung)
- • Immer aktuelle Technik gewünscht (keine Wertverlust-Sorgen)
- • Start-up oder KMU ohne Investitionsbudget
Alternativen zum Kauf: Leasing, Langzeitmiete, Mietkauf
Zwischen Kauf und Tagesmiete gibt es weitere Modelle, die je nach Situation die bessere Wahl sein können:
Finanzierungsleasing
Monatliche Raten über 48–72 Monate (ca. 1,5–2,5% des Kaufpreises/Monat). Am Ende übernehmen Sie den Restwert und werden Eigentümer. Leasingraten sind sofort als Betriebsausgabe absetzbar — steuerlich oft attraktiver als Abschreibung.
Operating Leasing
Sie nutzen den Kran über 3–5 Jahre und geben ihn danach zurück. Kein Restwert-Risiko, immer aktuelle Technik, keine Kapitalbindung. Monatliche Kosten liegen höher als beim Finanzierungsleasing, dafür ohne Übernahmeverpflichtung.
Langzeitmiete (6–24 Monate)
Klassische Miete, aber mit deutlichem Rabatt bei langen Laufzeiten. Bei Baukranen der Standard-Weg. Wartung, Versicherung und Austausch bei Defekt sind Sache des Vermieters. Ideal bei einem konkreten Großprojekt mit planbarer Laufzeit.
Mietkauf
Sie mieten den Kran über einen festgelegten Zeitraum und ein Teil der Mietzahlungen wird beim späteren Kauf angerechnet. Gibt Ihnen Flexibilität, den Kauf aufzuschieben, bis Sie die Auslastung real kennen. Verfügbar bei einigen großen Kranvermietern.
Warum über 80% der Nutzer mieten statt kaufen
Der deutsche Kranmarkt wird klar von der Miete dominiert — aus guten Gründen:
Miete ist für Sie die bessere Wahl?
Vergleichen Sie 670+ Kranvermieter in Deutschland und holen Sie kostenlos Angebote ein — ohne Kaufrisiko, ohne Kapitalbindung, mit Kranführer und voller Wartung.
Jetzt 670+ Anbieter vergleichenKostenlos & unverbindlich.