Muster Nachbarvereinbarung Kranüberschwenk: Vorlage zum Ausfüllen

Worum es geht: Schwenkt der Ausleger eines Krans über das Grundstück des Nachbarn, reicht eine mündliche Zusage in der Praxis nicht. Sobald der erste Riss im Gartenweg oder die erste Lastfahrt über der Terrasse zum Thema wird, zählt nur, was schriftlich festgehalten ist. Dieses Muster setzt die Checkliste aus dem Ratgeber Punkt für Punkt in einen Vertragstext um: Parteien und Flurstücke, Zeitraum, Skizze des Schwenkbereichs, Lastfreiheit, Haftpflichtnachweis, Sicherheitsleistung und Entschädigung. Dazu kommen drei Punkte, die in der Praxis oft fehlen: die Windfreistellung beim Turmdrehkran, die Betriebszeiten und der Fall, dass der Nachbar nicht Eigentümer, sondern Mieter ist.

Das Muster passt für den privaten Anbau mit Autokran genauso wie für die Baustelle mit Turmdrehkran. Es ersetzt keine Anzeige nach dem Landesnachbarrecht, die Fristen der Bundesländer laufen unabhängig davon. Bei hohen Werten, Gewerbenachbarn oder wenn es schon Streit gibt, gehört der Text vor der Unterschrift zu einem Rechtsanwalt oder Notar. Sie können den Wortlaut unten direkt übernehmen oder das PDF ausdrucken und handschriftlich ausfüllen.

Muster als PDF, kostenlos und ohne Anmeldung

Das PDF enthält den vollständigen Text von dieser Seite mit Ankreuzfeldern und Leerzeilen zum Ausfüllen, plus einer Anlagenliste für Skizze, Versicherungsnachweis und Fotos. Drei Seiten, Ausdruck und Weitergabe ausdrücklich erwünscht.

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PDF, 3 Seiten, Stand Oktober 2026.

Muster zur eigenen Anpassung. Dieses Muster ersetzt keine Rechtsberatung und keine Prüfung des Einzelfalls. Bei Unsicherheit, hohen Werten oder Streit: Rechtsanwalt oder Notar. Anzeigefristen nach Landesnachbarrecht bleiben von dieser Vereinbarung unberührt. Stand: Oktober 2026. Herausgeber: KranVergleich.de, Christoph Jonetzko, Ehingen.

Vereinbarung über das Überschwenken eines Krans (Nachbarvereinbarung)

zwischen

Eigentümer/in des Baugrundstücks (nachfolgend „Bauherr“)

Name: Anschrift:

Grundstück: Straße/Nr. Gemarkung Flur Flurstück

ggf. vertreten durch (Bauleitung / Generalunternehmer):

und

Eigentümer/in des Nachbargrundstücks (nachfolgend „Nachbar“)

Name: Anschrift:

Grundstück: Straße/Nr. Gemarkung Flur Flurstück

ggf. Mieter/Nutzer des Nachbargrundstücks (Kenntnisnahme):

§ 1 Gegenstand

(1) Der Nachbar gestattet dem Bauherrn, dass der Ausleger des auf dem Baugrundstück aufgestellten Krans (Typ: Turmdrehkran Autokran/Mobilkran sonstiger: ) über das Nachbargrundstück schwenkt.

(2) Der überschwenkte Bereich ergibt sich aus der Skizze in Anlage 1 (Schwenkbereich, Standort des Krans, Ausladung ca. m, Höhe des Auslegers über dem Nachbargrundstück mindestens m).

(3) Lasten:

Lastfahrten über das Nachbargrundstück sind ausgeschlossen. Überschwenkt wird nur der unbeladene Ausleger.

Lastfahrten sind zulässig, beschränkt auf: (Art der Lasten, Zeiten, Bereich laut Anlage 1).

(4) Bei einem Turmdrehkran wird der Kran außerhalb der Betriebszeiten und bei Sturm nach Herstellervorgabe windfrei gestellt; der Ausleger dreht sich dann frei mit dem Wind, auch über das Nachbargrundstück. Der Nachbar nimmt das zur Kenntnis.

§ 2 Zeitraum

Die Gestattung gilt vom bis (bei Turmdrehkranen: gesamte Standzeit einschließlich Auf- und Abbau). Verlängerungen bedürfen der Textform (E-Mail genügt) mit Angabe des neuen Endtermins.

§ 3 Betriebszeiten und Rücksichtnahme

(1) Kranbetrieb mit Schwenk über das Nachbargrundstück findet statt: werktags von bis Uhr; samstags von bis Uhr; sonn- und feiertags nicht, soweit nicht behördlich anders geregelt.

(2) Der Bauherr sorgt dafür, dass der Kranbetrieb die Vorschriften der DGUV und die Betriebsanleitung des Herstellers einhält und dass keine Lasten über Personen geführt werden.

(3) Der Bauherr informiert den Nachbarn vor Beginn der Arbeiten und bei wesentlichen Änderungen (Kranwechsel, größere Ausladung) in Textform.

§ 4 Haftung und Versicherung

(1) Der Bauherr haftet für alle Schäden am Nachbargrundstück, an Gebäuden, Anlagen, Bepflanzung und Sachen des Nachbarn, die durch den Kranbetrieb entstehen, soweit gesetzlich nichts anderes gilt.

(2) Der Bauherr weist eine Haftpflichtversicherung nach, die Schäden aus dem Kranbetrieb deckt:

Betriebshaftpflicht des Kranbetriebs (Anlage 2, Versicherer/Police: , Deckungssumme €)

Bauherrenhaftpflicht (Anlage 2, Versicherer/Police: , Deckungssumme €)

(3) Schäden werden dem Bauherrn unverzüglich in Textform angezeigt; beide Seiten dokumentieren den Zustand des Nachbargrundstücks im Schwenkbereich vor Beginn mit Fotos (Anlage 3, optional).

§ 5 Sicherheitsleistung (optional)

Keine Sicherheitsleistung.

Der Bauherr leistet eine Sicherheit in Höhe von € durch Hinterlegung Bankbürgschaft bis zum . Die Sicherheit wird binnen Wochen nach Abbau des Krans zurückgegeben, soweit keine Schäden angezeigt sind.

§ 6 Entschädigung (optional)

Die Gestattung erfolgt unentgeltlich.

Der Bauherr zahlt eine Entschädigung von € einmalig je Woche/Monat der Standzeit, fällig . (Anhaltspunkt: die Entschädigungsregeln des jeweiligen Landesnachbarrechts, siehe Tabelle im Ratgeber.)

§ 7 Widerruf und Beendigung

(1) Der Nachbar kann die Gestattung aus wichtigem Grund widerrufen, insbesondere wenn gegen § 1 Abs. 3 (Lastfreiheit) oder § 3 (Betriebszeiten) wiederholt verstoßen wird und der Bauherr trotz Abmahnung in Textform nicht abhilft.

(2) Nach Ende des Zeitraums nach § 2 erlischt die Gestattung ohne weitere Erklärung.

§ 8 Anzeige nach Landesrecht, Rangfolge

(1) Gesetzliche Anzeigepflichten und Fristen des Landesnachbarrechts (Hammerschlags- und Leiterrecht) bleiben unberührt; diese Vereinbarung ersetzt keine behördliche Genehmigung (zum Beispiel für die Kranaufstellung im öffentlichen Raum).

(2) Diese Vereinbarung geht der gesetzlichen Duldungspflicht vor, soweit sie für den Nachbarn günstiger ist.

§ 9 Schlussbestimmungen

(1) Änderungen bedürfen der Textform. (2) Sollte eine Regelung unwirksam sein, bleibt die Vereinbarung im Übrigen wirksam. (3) Jede Seite erhält ein unterschriebenes Exemplar.

Ort, Datum:

Bauherr (Unterschrift)

Nachbar (Unterschrift)

ggf. Mieter/Nutzer des Nachbargrundstücks (Kenntnisnahme)

Anlagen: 1 Skizze Schwenkbereich (Lageplan oder Handskizze mit Kranstandort, Ausladung, überstrichener Fläche) · 2 Versicherungsnachweis · 3 Fotodokumentation (optional)

Drei Hinweise zum Ausfüllen

  • Skizze und Versicherungsnachweis liefert der Kranbetrieb. Beides gehört zur normalen Einsatzplanung, fragen Sie es bei der Anfrage gleich mit an.
  • Windfreistellung ist beim Turmdrehkran keine Option, sondern Herstellervorgabe: Der Ausleger dreht sich nachts und bei Sturm frei mit dem Wind. Ein Muster, das das verschweigt, verspricht dem Nachbarn etwas, das technisch nicht einzuhalten ist. Hintergrund im Ratgeber unter Sonderfall Windfreistellung.
  • Keine Beträge im Muster. Entschädigung und Sicherheit hängen vom Bundesland und vom Einzelfall ab. Die Tabelle der Landesnachbarrechtsgesetze im Ratgeber nennt die Rechtsgrundlagen; die Summe vereinbaren beide Seiten selbst.

Kran mieten? Dann mit sauber geplanter Grenze.

Ein Kranbetrieb, der die Grenzsituation kennt, plant den Standort so, dass der Schwenk über den Nachbarn klein bleibt, und liefert Skizze und Versicherungsnachweis für diese Vereinbarung gleich mit.

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Hinweis: Muster zur eigenen Anpassung, Stand Oktober 2026. Es ersetzt keine Rechtsberatung und keine Prüfung des Einzelfalls.

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