Kran aufstellen: Genehmigung, Vorschriften & Tipps

Kurzantwort: Eine Genehmigung für den Kranstellplatz kostet je nach Stadt meist 150 bis 500€ insgesamt. Darin stecken die Sondernutzungserlaubnis (50 bis 300€), die verkehrsrechtliche Anordnung (50 bis 200€) und die Halteverbot-Schilder (50 bis 150€).

Wann brauchen Sie eine Genehmigung zum Aufstellen eines Krans? Was gilt für Autokrane auf der Straße? Und wann können Sie einen Kran ohne Genehmigung aufstellen? Alle Regelungen, Kosten und Ansprechpartner im Überblick.

Stand: Juni 2026

Wann brauchen Sie eine Genehmigung?

Die Grundregel ist einfach: Steht der Kran auf öffentlichem Grund, brauchen Sie eine Genehmigung. Steht er auf Privatgelände, in der Regel nicht.

SituationGenehmigung?Welche?
Kran auf eigenem GrundstückNein
Autokran auf PrivatparkplatzNein
Kran-Stützen auf GehwegJaSondernutzungserlaubnis
Autokran auf StraßeJaSondernutzung + Halteverbot
Baukran überragt NachbargrundstückJaÜberschwenkgenehmigung
Kran in Nähe von StromleitungenJaAbstimmung mit Netzbetreiber

Kran aufstellen ohne Genehmigung, wann geht das?

In folgenden Fällen können Sie einen Kran ohne Genehmigung aufstellen:

  • Der Kran steht komplett auf Ihrem eigenen Grundstück
  • Keine Teile (Stützen, Ausleger, Gegengewichte) ragen auf öffentlichen Grund
  • Der Kranausleger überschwenkt nicht das Nachbargrundstück (oder Sie haben dessen schriftliche Zustimmung)
  • Keine Stromleitungen, Gasleitungen oder andere Infrastruktur im Schwenkbereich
  • Minikrane, Anhängerkrane und Dachdeckerkrane auf Privatgelände, fast immer genehmigungsfrei

Wichtig: Auch auf Privatgelände gelten Lärmschutzvorschriften. Kranarbeiten sind in Wohngebieten in der Regel nur Mo–Sa 7:00–20:00 erlaubt. Sonntags und feiertags sind Kranarbeiten verboten.

Autokran Genehmigung. Sonderfall Straße

Autokrane (Kranwagen) werden häufig auf der Straße aufgestellt, weil das Zielgebäude nicht von eigenem Grund erreichbar ist. In diesem Fall brauchen Sie:

1. Sondernutzungserlaubnis

Beim Ordnungsamt oder Straßenbauamt der Stadt. Erlaubt die Nutzung der Straße für den Kraneinsatz.

Kosten: 50–300€ | Dauer: 1–3 Wochen

2. Verkehrsrechtliche Anordnung

Bei der Straßenverkehrsbehörde. Regelt Sperrungen, Umleitungen und Halteverbotszonen.

Kosten: 50–200€ | Dauer: 1–2 Wochen

3. Halteverbot einrichten

Halteverbot-Schilder müssen mindestens 3 Werktage vorher aufgestellt werden. Falschparker werden kostenpflichtig abgeschleppt.

Kosten: 50–150€ (Schilder + Aufstellung)

4. Abstimmung Kranvermieter

Viele Kranvermieter übernehmen die Antragstellung oder helfen dabei. Fragen Sie bei der Buchung.

Oft im Service inklusive

Wie sich die Gebühren genau zusammensetzen und was die Sperrung in Berlin, Köln, Frankfurt, Leipzig oder Nürnberg offiziell kostet: Straße sperren für den Kran: Kosten & Ablauf im Detail

Baukran (Turmdrehkran), besondere Vorschriften

Baukrane stehen monatelang auf der Baustelle und haben besondere Anforderungen:

  • Baugenehmigung: In vielen Gemeinden ist der Baukran Teil der Baugenehmigung. Prüfen Sie Ihren Bauantrag, oft ist der Kran dort bereits genehmigt.
  • Überschwenkrecht: Wenn der Ausleger über Nachbargrundstücke schwenkt, brauchen Sie deren schriftliche Zustimmung oder eine behördliche Überschwenkgenehmigung.
  • Luftfahrtbehörde: Bei Kranhöhen über 100m (oder in Flughafennähe ab geringerer Höhe) muss die Luftfahrtbehörde informiert werden. Der Kran braucht dann eine Tageslichtkennzeichnung (rot-weiß).
  • Prüfung: Baukrane müssen vor Inbetriebnahme von einem Sachverständigen geprüft werden (DGUV Vorschrift 52).

Überschwenkgenehmigung: Wenn der Kran über das Nachbargrundstück schwenkt

Schwenkt der Ausleger über fremdes Grundstück, kann der Nachbar das grundsätzlich untersagen, denn sein Eigentum reicht in den Luftraum (§ 905, § 1004 BGB). Ob Sie eine Zustimmung brauchen, hängt vor allem davon ab, ob der Kran mit oder ohne Last über die Grenze schwenkt.

Was Gerichte dazu sagen, welche Fristen die Nachbarrechtsgesetze setzen und wie Sie den Hub sauber planen: Überschwenkgenehmigung im Ratgeber Straßensperrung

Wie lange darf ein Kran stehen?

Eine feste Höchstdauer schreibt das Gesetz nicht vor. Wie lange der Kran bleiben darf, hängt davon ab, wo er steht.

Auf Ihrem eigenen Grundstück darf ein Kran so lange stehen, wie Sie ihn brauchen, vorausgesetzt, er steht standsicher und schwenkt nicht ungenehmigt über Nachbarland. Ein Baukran begleitet den Rohbau oft über Monate. Das ist üblich und durch die Baugenehmigung gedeckt.

Auf öffentlichem Grund gilt nur der Zeitraum, den die Sondernutzungserlaubnis nennt. Steht der Autokran länger auf der Straße als genehmigt, wird daraus schnell eine Ordnungswidrigkeit. Brauchen Sie mehr Zeit, beantragen Sie die Verlängerung vor Ablauf.

Unabhängig vom Standort begrenzt der Lärmschutz die Arbeitszeit: In Wohngebieten sind laute Kranarbeiten in der Regel nur montags bis samstags von 7 bis 20 Uhr erlaubt, sonntags und feiertags nicht. Stehen bleiben darf der Kran über Nacht. Gehoben und bewegt wird aber erst wieder am nächsten Werktag.

Kranbeleuchtung und Kennzeichnung: ab welcher Höhe?

Ob ein Kran beleuchtet sein muss, hängt nicht an einer einzigen Höhengrenze, sondern an zwei Regelwerken.

Auf der Straße zählt die Verkehrssicherheit. Steht ein Autokran bei Dämmerung oder Dunkelheit auf oder an der Fahrbahn, muss er unabhängig von seiner Höhe beleuchtet (§ 17 StVO) und als Verkehrshindernis abgesichert sein (§ 32 StVO). In der Praxis übernehmen das Warnleuchten an der Absperrung und die Beleuchtung der Halteverbotszone. Den Aufbau klärt der Verkehrszeichenplan, den Ihr Kranvermieter meist mitliefert.

In der Luft zählt die Höhe. Ragt ein Kran als Hindernis in den Luftraum, braucht er eine Kennzeichnung für die Luftfahrt. Maßgeblich ist die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen (AVV). Als Faustregel gilt eine Höhe ab etwa 100 Metern über Grund: rot-weiße oder orange-weiße Tageskennzeichnung und nachts ein Hindernisfeuer. In der Nähe von Flughäfen oder im Bauschutzbereich greift die Pflicht schon früher. Zuständig ist die Luftfahrtbehörde des Landes; die Abstimmung übernimmt bei hohen Baukranen in der Regel der Aufsteller.

Für die meisten Mietkrane ist der zweite Fall selten. Ein Minikran, ein Dachdeckerkran oder ein normaler Autokran bleibt weit unter der Luftfahrt-Grenze. Erst hohe Turmdrehkrane auf großen Baustellen erreichen Höhen, ab denen die Kennzeichnung Pflicht wird.

Welche Dokumente brauchen Sie?

Für den Antrag auf Sondernutzungserlaubnis benötigen Sie in der Regel:

1. Lageplan / Aufstellplan. Zeichnung mit Standort des Krans, Stützen, Schwenkbereich

2. Verkehrszeichenplan. Skizze der geplanten Absperrung und Beschilderung

3. Krantyp und Datenblatt. Typ, Tragkraft, Ausladung, Gesamtgewicht

4. Zeitraum. Datum und Uhrzeit des geplanten Kraneinsatzes

5. Haftpflichtversicherung. Nachweis einer gültigen Betriebshaftpflicht

Tipp: Ihr Kranvermieter hat diese Unterlagen in der Regel vorliegen und kann sie Ihnen zur Verfügung stellen.

Was kostet die Genehmigung?

Sondernutzungserlaubnis50–300€
Verkehrsrechtliche Anordnung50–200€
Halteverbot-Schilder (Aufstellung + Abbau)50–150€
Überschwenkgenehmigung (Baukran)50–200€
Gesamt (typisch)150–500€

Gebühren variieren je nach Stadt. Großstädte sind tendenziell teurer. Nicht enthalten: Kosten für eventuelle Polizeibegleitung bei Schwertransporten.

Offizielle Sätze aus 5 Städten und das Rechenmuster dahinter: Straßensperrung für den Kran: Kosten & Ablauf

Ansprechpartner & Behörden

Ordnungsamt / Straßenbauamt

Sondernutzungserlaubnis für Aufstellung auf öffentlichem Grund

Straßenverkehrsbehörde

Verkehrsrechtliche Anordnung, Halteverbotszonen, Umleitungen

Bauordnungsamt

Bei Baukranen: Baugenehmigung, Standsicherheitsnachweis

Netzbetreiber (Strom/Gas)

Bei Kraneinsatz in Nähe von Leitungen: Abstimmung Sicherheitsabstände

Tipp: Rufen Sie zuerst beim Ordnungsamt Ihrer Stadt an die Mitarbeiter können Ihnen sagen, welche Genehmigungen Sie konkret brauchen und wo Sie diese beantragen. In den meisten Fällen reicht ein Telefonat und ein Formular.

Genehmigung in Ihrer Stadt

Gebühren, Fristen und zuständige Ämter unterscheiden sich von Stadt zu Stadt. Für einzelne Städte haben wir die konkreten Regeln, Kosten und Online-Anträge zusammengestellt:

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Häufige Fragen: Kran mieten

Brauche ich eine Genehmigung, um einen Kran aufzustellen?
Auf Privatgelände: in der Regel nein, solange der Kran nur Ihr eigenes Grundstück betrifft und keine öffentlichen Wege blockiert. Auf öffentlichem Grund (Straße, Gehweg, Parkplatz): ja, Sie brauchen eine Sondernutzungserlaubnis vom Ordnungsamt oder Straßenverkehrsamt.
Was kostet eine Genehmigung für einen Kran?
Die Gebühren variieren je nach Stadt: Sondernutzungserlaubnis 50–300€, verkehrsrechtliche Anordnung 50–200€, Halteverbot-Schilder 50–150€. In Großstädten (Berlin, München, Hamburg) sind die Gebühren tendenziell höher. Gesamtkosten typischerweise 150–500€.
Brauche ich eine Genehmigung für einen Autokran?
Wenn der Autokran auf Ihrem Privatgelände steht und die Stützen nicht auf öffentlichen Grund ragen: nein. Wenn der Autokran auf der Straße steht oder Stützen auf den Gehweg ausfahren: ja. Sondernutzungserlaubnis und ggf. Halteverbotszone erforderlich.
Kann ich einen Kran ohne Genehmigung aufstellen?
Ja, auf privatem Grundstück ist in den meisten Fällen keine Genehmigung nötig. Ausnahmen: Baukrane (Turmdrehkrane) können je nach Gemeinde eine Baugenehmigung erfordern, wenn sie eine bestimmte Höhe überschreiten oder den Luftraum benachbarter Grundstücke überragen.
Wie lange dauert es, eine Krangenehmigung zu bekommen?
Bearbeitungszeit: 1–3 Wochen je nach Stadt und Auslastung der Behörde. In dringenden Fällen bieten manche Städte Eilverfahren an (Aufpreis). Planen Sie die Genehmigung mindestens 2–4 Wochen vor dem geplanten Kraneinsatz.
Wer beantragt die Genehmigung, ich oder der Kranvermieter?
Rechtlich ist der Auftraggeber (Bauherr) verantwortlich. In der Praxis helfen viele Kranvermieter bei der Antragstellung oder übernehmen sie komplett. Fragen Sie bei der Buchung danach, auf KranVergleich.de können Sie dies direkt in Ihrer Anfrage angeben.
Brauche ich eine Genehmigung, wenn der Kran über das Nachbargrundstück schwenkt?
Schwenkt der Ausleger über fremdes Grundstück, kann der Nachbar das grundsätzlich untersagen (§ 1004 BGB), denn sein Eigentum reicht in den Luftraum (§ 905 BGB). Mit Last am Haken müssen Nachbarn das regelmäßig nicht dulden, lastfreie Schwenks in großer Höhe meist schon. Details und Fristen: Ratgeber Straßensperrung für den Kran.
Wie lange darf ein Baukran stehen bleiben?
Auf dem eigenen Grundstück gibt es keine feste Grenze; ein Baukran begleitet den Rohbau oft monatelang und ist durch die Baugenehmigung gedeckt. Auf öffentlichem Grund gilt nur der Zeitraum der Sondernutzungserlaubnis. Laute Arbeiten sind im Wohngebiet meist nur montags bis samstags von 7 bis 20 Uhr erlaubt.
Ab welcher Höhe muss ein Kran beleuchtet werden?
Auf der Straße muss ein Kran bei Dunkelheit unabhängig von der Höhe beleuchtet und abgesichert sein (§ 17 StVO). Als Luftfahrthindernis braucht er ab etwa 100 Metern über Grund eine rot-weiße Kennzeichnung und nachts ein Hindernisfeuer, in Flughafennähe schon früher. Die meisten Mietkrane bleiben darunter.

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