Kran mieten ohne Führerschein bzw. Kranschein, welchen Kran darf man selbst bedienen?

Nicht jeder Kran erfordert einen Kranschein. Welche Krane Sie ohne Kranführerschein selbst bedienen dürfen, wo ein Kranführer mit gültigem Kranschein Pflicht ist und was die Ausbildung kostet, alle Infos im Überblick.

Stand: August 2026 · Alle Preise netto, Richtwerte

Kurzantwort

Eine allgemeine staatliche Kranschein-Pflicht gibt es in Deutschland nicht. Die Pflicht entsteht im Betrieb, denn nach DGUV Vorschrift 52 § 29 darf ein Unternehmer nur ausgebildete, nachweislich befähigte Personen selbständig einen Kran führen lassen. Drei Krantypen bedienen Mieter nach einer dokumentierten Einweisung selbst: Minikran, Dachdeckerkran und Anhängerkran. Bei Autokran, Mobilkran, Raupenkran und Baukran führt ein Kranführer mit Befähigungsnachweis den Kran; bei der Miete ist er in der Regel im Tagespreis enthalten. Der LKW-Ladekran ist der Sonderfall. Der Kran selbst wäre nach Einweisung bedienbar, aber der LKW darunter braucht einen Fahrer mit Führerschein der Klasse C; die Klasse C1 reicht nur bis 7,5 t, und das ist beim Ladekran die Ausnahme. Vermietet wird der Ladekran deshalb als Kranarbeit mit Fahrer. In Österreich regelt die Fachkenntnisnachweis-Verordnung, wer im Betrieb einen Kran führen darf; ab 100 kNm Lastmoment gilt das auch für den Ladekran. Wer im Betrieb ohne Nachweis heben lässt, riskiert als Arbeitgeber ein Bußgeld bis 10.000€ nach § 209 SGB VII; Verstöße gegen die Betriebssicherheitsverordnung kosten bis 5.000€, die Missachtung einer behördlichen Anordnung bis 30.000€ (§ 25 ArbSchG). Die Ausbildung zum Kranschein kostet 500–1.500€ und dauert je nach Krantyp 1 bis 15 Tage.

Anhängerkran hinter einem Transporter, vom Boden aus per Funkfernsteuerung bedient
Bedient wird vom Boden aus per Funkfernsteuerung: Beim Anhängerkran ist kein Kranschein nötig, wohl aber eine Einweisung durch den Vermieter (KI-generierte Darstellung).

Kurz vorab. Begriffsklärung: „Kranschein", „Kranführerschein" und „Befähigungsnachweis zum Führen von Kranen" (DGUV V52) meinen alle dasselbe, eine spezielle Ausbildung zum Bedienen größerer Krane. Das ist kein klassischer Führerschein(wie der KFZ-Führerschein). Drei Krantypen bedienen Sie ohne diesen Kranschein selbst, vier führt nur ein ausgebildeter Kranführer, und der LKW-Ladekran ist der Sonderfall mit eigenem Abschnitt. In Österreich heißt der Nachweis amtlich Fachkenntnisnachweis, umgangssprachlich ebenfalls Kranschein.

Krane ohne Kranschein (Selbstbedienung erlaubt)

Bei folgenden drei Krantypen reicht eine Einweisung durch den Vermieter, kein Kranschein, kein Kranführerschein und keine spezielle Ausbildung nötig. Sie dürfen den Kran nach der Einweisung selbst bedienen; Voraussetzung ist Volljährigkeit, weil Sie den Mietvertrag selbst schließen:

Minikran (Spinnenkran)

Einweisung ca. 30 Min. Tragkraft bis 3t. Ideal für enge Baustellen. Ab 250€/Tag.

Dachdeckerkran

Einfache Bedienung per Funkfernsteuerung. Einweisung inklusive. Ab 200€/Tag.

Anhängerkran

Kleinstes Gerät, mit PKW-Anhängerkupplung transportierbar. Ab 150€/Tag.

Das ist kein Nischenfall: Rund drei von zehn Anfragen auf KranVergleich.de betreffen einen Krantyp, der nach Einweisung selbst bedient werden darf (Stand: 25. August 2026, 113 Anfragen nach Dublettenabgleich).

Selbst bedienen heißt auch: Sie tragen die Verantwortung für Bedienung und Last. Wer haftet in welchem Mietmodell und was Betriebe bei der schriftlichen Beauftragung des Kranführers beachten müssen, steht im Ratgeber Kran mieten mit oder ohne Bediener. Und bevor der selbst bediente Kran den ersten Hub macht, gehört ein Blick ins Prüfbuch dazu; die fünf Punkte dafür stehen im Ratgeber UVV-Prüfung beim Kran.

Krane mit Kranschein-Pflicht (Kranführer inklusive)

Bei diesen Krantypen ist ein ausgebildeter Kranführer mit gültigem Kranschein gesetzlich vorgeschrieben. Die gute Nachricht: Bei der Miete ist der Kranführer in der Regel im Tagespreis enthalten. Sie müssen den Kranschein also nicht selbst machen.

Autokran (Kranwagen)

Kranführer immer inklusive. Ab 500€/Tag (inkl. Bediener).

Mobilkran (Schwerlastkran)

Kranführer Pflicht. Ab 600€/Tag (inkl. Bediener).

Raupenkran (Kettenkran)

Speziell geschulter Kranführer nötig. Ab 800€/Tag.

Baukran (Turmdrehkran)

Turmdrehkranführer-Ausbildung (5–15 Tage). Bediener separat buchbar (40-60€/h).

Übersicht: Welcher Kran, mit oder ohne Führerschein?

KrantypFührerschein nötig?Kranführer inklusive?Preis ab
AnhängerkranNein150€/Tag
DachdeckerkranNein200€/Tag
MinikranNein250€/Tag
LadekranSonderfall*Fahrer üblich300€/Tag
AutokranJaJa, inklusive500€/Tag
MobilkranJaJa, inklusive600€/Tag
RaupenkranJaJa, inklusive800€/Tag
BaukranJaSeparat (40-60€/h)300€/Tag

* Ladekran: Für die Arbeit am Haken reicht Privatkunden die dokumentierte Einweisung. Der LKW darunter braucht einen Fahrer mit Führerschein der Klasse C. Im Betrieb kommt in Deutschland die Ausbildung nach DGUV Grundsatz 309-003 dazu, in Österreich ab 100 kNm Lastmoment der Fachkenntnisnachweis nach FK-V. Details im Abschnitt Sonderfall Ladekran.

Kranschein vs Kranführerschein vs Führerschein, die Begriffe erklärt

In der Praxis kursieren mehrere Begriffe, die alle dasselbe meinen. Für Sammelanfragen bei Kranvermietern ist es wichtig zu wissen:

  • Kranschein, der umgangssprachliche, am häufigsten gesuchte Begriff. Bezeichnet die Befähigung zum Führen eines Krans nach DGUV V52.
  • Kranführerschein. Synonym für Kranschein. Formaler klingender Begriff, technisch identisch.
  • Befähigungsnachweis zum Führen von Kranen, der offizielle Name nach DGUV Vorschrift 52. Wird auf dem Ausweis selbst so genannt.
  • Führerschein (klassisch), der KFZ-Führerschein hat NICHTS mit dem Kranschein zu tun. Sie können einen Kranschein haben ohne PKW-Führerschein und umgekehrt. Die häufige Suchanfrage „Kran mieten ohne Führerschein" meint in 99% der Fälle den Kranschein, nicht den KFZ-Führerschein.

Im weiteren Verlauf dieses Ratgebers nutzen wir „Kranschein" und „Kranführerschein" synonym. Wenn ein Krantyp „kein Kranschein nötig" hat, bedeutet das: Sie dürfen ihn nach Einweisung selbst bedienen.

Kran bedienen ohne Kranschein. Praxis-Beispiele

Wann ist die Selbstbedienung eines Krans ohne Kranschein realistisch und sinnvoll? Drei typische Anwendungsfälle, in denen Bauunternehmer und Privatkunden problemlos ohne Kranschein arbeiten:

Beispiel 1: Dachsanierung Einfamilienhaus

Sie sanieren das Dach Ihres Einfamilienhauses und müssen Ziegel, Dämmplatten und Werkzeug aufs Dach heben. Dachdeckerkran für ~200€/Tag mieten, Einweisung vom Vermieter (ca. 30 Min) und losarbeiten, kein Kranschein nötig.

Beispiel 2: Whirlpool in Garten heben

Whirlpool-Lieferung am Bordstein, Aufstellort hinterm Haus. Minikran (Spinnenkran) für ~250€/Tag, kompakt genug für den Hinterhof, Tragkraft bis 1,5 t reicht für jeden Standardspa. Kranschein nicht erforderlich, nur Einweisung.

Beispiel 3: Stahlträger 800 kg verlegen

Stahlträger 4 m Länge, 800 kg Gewicht, Hubhöhe 6 m über Garage. Anhängerkran ab 150€/Tag, passt an PKW-Anhängerkupplung, Tragkraft 1,5 t. Bedienung ohne Kranschein nach Einweisung. Bei höheren Lasten oder größerer Hubhöhe wechseln Sie auf Autokran mit Kranführer.

Wichtig: Auch ohne formellen Kranschein gilt: Lassen Sie sich die Einweisung vom Vermieter schriftlich bestätigen und heben Sie die Bescheinigung auf. Bei einem Unfall ist sie Ihr Nachweis.

Ist der Kranschein Pflicht? Und was droht ohne?

Der Kranschein ist Pflicht, sobald jemand im Betrieb selbständig einen Kran führt, eine allgemeine staatliche Kranschein-Pflicht gibt es dagegen nicht. Die Anforderungen stehen in der DGUV Vorschrift 52 § 29 (ehemals BGV D6) und der Betriebssicherheitsverordnung: Der Unternehmer darf nur Personen selbständig einen Kran führen lassen, die mindestens 18 Jahre alt, körperlich und geistig geeignet, unterwiesen und nachweislich befähigt sind. Bei Fahrzeugkranen muss die Beauftragung zusätzlich schriftlich erfolgen, der Befähigungsnachweis allein ersetzt sie nicht. Privatkunden im Mietkontext fallen nicht unter die DGUV-Vorschrift; für sie gilt die Einweisungsregel der drei oben genannten Krantypen.

Die Konsequenzen verteilen sich auf zwei Ebenen. Den Arbeitgeber trifft das Bußgeld: Ein Verstoß gegen die DGUV Vorschrift 52 ist eine Ordnungswidrigkeit mit Geldbuße bis 10.000€ (§ 209 SGB VII), Verstöße gegen Pflichten aus der Betriebssicherheitsverordnung kosten bis 5.000€ (§ 25 Abs. 1 Nr. 1 ArbSchG), die Missachtung einer vollziehbaren Anordnung der Behörde bis 30.000€ (§ 25 Abs. 1 Nr. 2 ArbSchG); wer beharrlich weitermacht oder Beschäftigte konkret gefährdet, riskiert ein Strafverfahren (§ 26 ArbSchG). Den Bediener trifft die Haftung: Bei einem Unfall mit Verletzten steht fahrlässige Körperverletzung im Raum (§ 229 StGB), die Berufsgenossenschaft kann bei grober Fahrlässigkeit Regress nehmen (§ 110 SGB VII), und Versicherer prüfen die Befähigung, bevor sie zahlen. Bewahren Sie deshalb auch die dokumentierte Einweisung des Vermieters auf.

Brauche ich einen Ladekranführerschein? Der LKW-Ladekran-Sonderfall

Die kurze Antwort für Privatkunden: für den Kran nein, für den LKW ja. Der Kranschein regelt die Arbeit am Haken, und dort gilt beim Ladekran dasselbe wie bei Minikran, Dachdeckerkran und Anhängerkran: dokumentierte Einweisung durch den Vermieter, keine formale Ausbildung. Der Unterschied liegt darunter. Der Ladekran hängt nicht an einer Anhängerkupplung, sondern sitzt fest auf einem LKW mit meist 12 bis 26 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Den fahren Sie auf öffentlichen Straßen nur mit Führerschein der Klasse C; die Klasse C1 reicht nur bis 7,5 t, und das ist beim Ladekran die Ausnahme. Mit Anhänger kommt die Klasse CE dazu. Die Klasse B genügt allein bei den seltenen Ladekranen auf Pritschenwagen bis 3,5 t. Wer ohne die passende Klasse fährt, begeht Fahren ohne Fahrerlaubnis nach § 21 StVG.

In der Miete ist der Ladekran deshalb eine Kranarbeit mit Fahrer und keine Geräteübergabe. Das zeigt auch das Verzeichnis: Von 275 gelisteten Betrieben mit Ladekran beschreiben 105 ihr Angebot ausdrücklich als Kranarbeit oder Einsatz mit Fahrer; eine Selbstfahrer-Miete, also die Übergabe des LKW an den Kunden, nennt nur eine Vermietgruppe in Österreich (Stand August 2026, Auswertung der Firmenbeschreibungen). Wer einen Ladekran-LKW ohne Fahrer sucht, landet bei Nutzfahrzeug-Vermietern, einem anderen Markt mit eigenen Bedingungen und Kaution. Wer den Kran selbst fahren möchte, schreibt das am besten in die Anfrage und nennt seinen LKW-Führerschein, damit das Angebot dazu passt.

Im Betrieb ist die Lage eine andere. Wer gewerblich einen LKW-Ladekran bedient, etwa als Fahrer im Baustoffhandel oder in der Zimmerei, braucht die Kranführer-Ausbildung nach DGUV Grundsatz 309-003. Der Grundsatz setzt für LKW-Ladekrane mindestens vier Tage Theorie mit Prüfung an, dazu einen Praxisteil, deutlich mehr als die kurze Miet-Einweisung. Dazu kommt die gesonderte schriftliche Beauftragung durch den Arbeitgeber. „Der Fahrer macht das schon mit“ ist damit keine zulässige Lösung: Ohne Ausbildung ist der Einsatz ein Verstoß des Arbeitgebers mit den oben genannten Bußgeldern, und der Fahrer trägt das Haftungsrisiko am Haken.

In Österreich zieht die Fachkenntnisnachweis-Verordnung (FK-V) die Grenze schärfer. Wer im Betrieb einen Fahrzeug- oder Ladekran mit mehr als 100 kNm Lastmoment führt, braucht einen Fachkenntnisnachweis, umgangssprachlich den Kranschein. Bis 300 kNm ist das ein Kurs mit mindestens 21 Unterrichtseinheiten, darüber mindestens 31. Zur Einordnung: 100 kNm (rund 10 mt) entsprechen etwa einer Tonne bei zehn Metern Ausladung; eine Halle oder ein Dach verlangt in der Regel mehr. Privatpersonen fallen nicht unter das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz; ob ein Vermieter den Kran ohne Nachweis übergibt, entscheidet er selbst.

Kranschein oder Führerschein Klasse C/CE? Arbeit am Haken und Fahrt zur Baustelle

Der Kranschein regelt nur die Arbeit am Haken. Die Fahrt zur Baustelle regelt das Straßenverkehrsrecht: Ein Autokran oder Mobilkran ist ein Kraftfahrzeug und braucht auf öffentlichen Straßen einen Fahrer mit Führerschein der Klasse C beziehungsweise CE, denn praktisch jeder Autokran liegt über der 7,5-Tonnen-Grenze. In der Mietpraxis ist das Sache des Vermieters: Der Kranführer bringt beide Qualifikationen mit, er fährt den Kran zur Baustelle und bedient ihn dort.

Für Selbstabholer zählt eine andere Frage: Der Anhängerkran hängt an Ihrer PKW-Anhängerkupplung. Bis 750 kg Anhängergewicht reicht die Klasse B immer, darüber ebenfalls B, solange die Kombination aus Auto und Anhänger 3,5 t nicht übersteigt; sonst brauchen Sie B96 oder BE. Das Anhängergewicht nennt Ihnen der Vermieter, die zulässigen Werte stehen auf Ihrem Führerschein.

SituationBenötigte QualifikationWer bringt sie mit?
Autokran/Mobilkran auf der Straße fahrenFührerschein Klasse C/CEKranführer des Vermieters
LKW-Ladekran auf der Straße fahrenFührerschein Klasse C (C1 nur bis 7,5 t)Fahrer des Kranbetriebs; bei Selbstfahrer-Miete Sie selbst
Kran auf der Baustelle bedienenKranschein (DGUV Grundsatz 309-003)Kranführer, bei 3 Typen Sie selbst nach Einweisung
Anhängerkran mit dem PKW ziehenKlasse B, B96 oder BE, je nach GewichtSie selbst

Wo bekomme ich einen Kranschein? Anbieter und Kosten

Wer regelmäßig einen Autokran, Mobilkran oder Turmdrehkran bedienen will, kommt um die Ausbildung nicht herum. Die Erstausbildung folgt dem DGUV Grundsatz 309-003 und schließt mit einer theoretischen und praktischen Prüfung ab. Ein Kranschein kostet einmalig 500–1.500€ pro Ausbildung und dauert je nach Krantyp und Vorerfahrung 1–15 Tage.

Nach Krantyp gestaffelt kostet die Ausbildung für flurgesteuerte Hallenkrane 450–650€, für Mobil- und Autokrane 800–1.300€ und für Turmdrehkrane 1.000–1.500€; große Akademien verlangen für Turmdrehkrane bis zu 3.800€.

Ein Kranschein dauert je nach Krantyp und Vorerfahrung 1 bis 20 Tage: flurgesteuerte Hallenkrane 1–5 Tage, Turmdrehkrane 5–15 Tage und Fahrzeugkrane wie Auto- und Mobilkrane ab 5 Tagen mit Kranerfahrung bis 20 Tage in der Erstausbildung.

KranklasseDauerKosten
Flurgesteuerte Hallen-/Brückenkrane1–5 Tage450–650€
LKW-Ladekranca. 5 Tage (4 Tage Theorie + Praxis)je nach Anbieter
Auto-/Mobilkran (Fahrzeugkrane)5 Tage mit Vorerfahrung, 15–20 Tage Erstausbildung800–1.300€
Turmdrehkran (Baukran)5–15 Tage1.000–1.500€ (Akademien bis 3.800€)
  • DEKRA Akademie - rund 150 Standorte bundesweit; Hallenkran (flurgesteuert) 540€ zzgl. MwSt., Turmdrehkran 3.200–3.800€.
  • TÜV-Akademien - bundesweit, Kurse je nach Landesgesellschaft und Krantyp ab rund 530€.
  • Regionale Kranschulen und Staplerschulen - komplette Ausbildung nach DGUV 309-003 teils ab 499€.
  • Online-Hybrid-Anbieter - Theorie am Bildschirm, dazu ein Praxistag vor Ort.

Quelle: eigene Marktrecherche über die genannten Kursanbieter, Preise und Kursdauern laut Anbieter-Websites. Stand: August 2026.

Der Kranschein selbst läuft nicht ab. DGUV Vorschrift 52 verlangt aber eine regelmäßige, in der Regel jährliche Unterweisung durch den Arbeitgeber; die Erstausbildung machen Sie also nur einmal.

Für einen einzelnen Einsatz lohnt sich die Ausbildung selten. Wer nur gelegentlich hebt, mietet den Kran mit Kranführer: Bei Autokran und Mobilkran ist der Bediener im Tagespreis enthalten, Sie brauchen selbst keinen Kranschein. Preise vergleichen Sie über die Sammelanfrage auf KranVergleich.de.

Häufige Fragen: Kran mieten

Brauche ich einen Kranschein für meinen Mietkran?
Das hängt vom Krantyp ab. Minikran, Dachdeckerkran und Anhängerkran bedienen Sie nach einer Einweisung durch den Vermieter selbst; ein Kranschein ist dafür nicht nötig. Autokran, Mobilkran, Raupenkran und Baukran (Turmdrehkran) führt ein ausgebildeter Kranführer, der bei der Miete in der Regel im Tagespreis enthalten ist. Der LKW-Ladekran ist der Sonderfall: Der Kran selbst wäre nach Einweisung bedienbar, der LKW darunter braucht jedoch einen Fahrer mit LKW-Führerschein (Klasse C). Vermietet wird der Ladekran deshalb als Kranarbeit mit Fahrer.
Welche Krane darf ich ohne Kranschein bedienen?
Drei Krantypen dürfen Sie nach einer dokumentierten Einweisung selbst bedienen, ohne Kranschein: Minikran (Spinnenkran), Dachdeckerkran und Anhängerkran (Kran auf PKW-Anhänger). Voraussetzung ist Volljährigkeit, weil Sie den Mietvertrag selbst schließen. Lassen Sie sich die Einweisung schriftlich bestätigen und heben Sie die Bescheinigung auf. Der Ladekran gehört nicht in diese Reihe, weil er auf einem LKW sitzt, und den fahren Sie nur mit LKW-Führerschein (Klasse C).
Kranschein vs Kranführerschein, ist das das Gleiche?
Ja, "Kranschein" und "Kranführerschein" werden in Deutschland synonym verwendet. Formaler Name: "Befähigungsnachweis zum Führen von Kranen" nach DGUV Vorschrift 52. Umgangssprachlich nennt man ihn meistens "Kranschein". Es ist KEIN klassischer Führerschein (wie der KFZ-Führerschein), sondern eine Bescheinigung über eine theoretische und praktische Ausbildung.
Brauche ich einen Kranführerschein für einen Minikran?
Nein, für Minikrane ist kein Kranführerschein nötig. Eine Einweisung durch den Vermieter reicht aus. Voraussetzung: Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein und körperlich geeignet.
Was kostet ein Kranschein?
Eine Kranführerausbildung (Kranschein) kostet ca. 500–1.500€. Die Dauer hängt von Krantyp und Vorerfahrung ab: flurgesteuerte Hallenkrane 1–5 Tage, Turmdrehkrane 5–15 Tage, Auto- und Mobilkrane ab 5 Tagen mit Kranerfahrung bis 20 Tage in der Erstausbildung. Wenn Sie nur gelegentlich einen Kran brauchen, lohnt sich die Ausbildung kaum, günstiger ist die Miete inklusive Kranführer.
Darf ich einen Autokran selbst fahren?
Nein, und zwar doppelt nicht: Auf öffentlichen Straßen braucht der Autokran einen Fahrer mit Führerschein Klasse C/CE, auf der Baustelle einen Kranführer mit Kranschein (DGUV V52). Beide Qualifikationen bringt der Kranführer des Vermieters mit; bei der Miete ist er in der Regel im Tagespreis enthalten.
Ist der Kranschein Pflicht?
Der Kranschein ist keine staatliche Lizenz, eine allgemeine gesetzliche Kranschein-Pflicht gibt es nicht. Im Betrieb ist er aber faktisch Pflicht: Nach DGUV Vorschrift 52 § 29 darf ein Unternehmer nur Personen selbständig einen Kran führen lassen, die mindestens 18 Jahre alt, geeignet, unterwiesen und nachweislich befähigt sind, bei Fahrzeugkranen zusätzlich schriftlich beauftragt. Der anerkannte Nachweis ist die Ausbildung nach DGUV Grundsatz 309-003. Privatkunden im Mietkontext betrifft das nicht; für sie gilt die Einweisungsregel der drei freigegebenen Krantypen.
Kran bedienen ohne Kranschein, wann erlaubt, wann riskant?
Erlaubt ist die Bedienung eines Minikrans, Dachdeckerkrans oder Anhängerkrans als Privatkunde nach dokumentierter Einweisung durch den Vermieter. Beim Ladekran gilt das nur für den Kran selbst; den LKW darunter fahren Sie nur mit LKW-Führerschein (Klasse C). Riskant bis rechtswidrig: Autokran, Mobilkran, Raupenkran oder Baukran ohne Kranführer-Ausbildung. Im Betrieb ist das ein Verstoß des Arbeitgebers gegen DGUV V52 (Bußgeld bis 10.000€ nach § 209 SGB VII, bei Verstößen gegen die Betriebssicherheitsverordnung bis 5.000€ nach § 25 ArbSchG). Der Bediener selbst haftet zivilrechtlich, bei Personenschaden droht § 229 StGB, und die Berufsgenossenschaft kann bei grober Fahrlässigkeit Regress nehmen (§ 110 SGB VII).
LKW-Ladekran bedienen ohne Kranschein, welche Strafen drohen?
Wer gewerblich einen LKW-Ladekran bedient, braucht die Kranführer-Ausbildung nach DGUV Grundsatz 309-003 (für Ladekrane mindestens vier Tage Theorie plus Praxisteil) und eine gesonderte schriftliche Beauftragung. Setzt der Arbeitgeber einen nicht ausgebildeten Fahrer ein, ist das eine Ordnungswidrigkeit: Bußgeld bis 10.000€ (§ 209 SGB VII), bei Verstößen gegen die Betriebssicherheitsverordnung bis 5.000€ (§ 25 ArbSchG). Bei einem Unfall mit Verletzten kommen § 229 StGB und der Regress der Berufsgenossenschaft dazu. Für Privatkunden gibt es keine gesetzliche Kranschein-Pflicht; es bleibt bei der dokumentierten Einweisung. Das betrifft aber nur die Arbeit am Haken. Wer den LKW, auf dem der Kran sitzt, ohne Führerschein der Klasse C fährt, begeht Fahren ohne Fahrerlaubnis nach § 21 StVG, eine Straftat.
Wo kann ich einen Kranschein machen?
Bundesweit bei der DEKRA Akademie (rund 150 Standorte), bei TÜV-Akademien sowie bei regionalen Kranschulen und Staplerschulen. Online-Hybrid-Anbieter kombinieren die Theorie am Bildschirm mit einem Praxistag vor Ort. Die komplette Ausbildung nach DGUV Grundsatz 309-003 kostet je nach Anbieter und Krantyp 500–1.500€ und dauert 1–15 Tage, in der Erstausbildung für Fahrzeugkrane bis 20 Tage.
Wie lange ist ein Kranschein gültig?
Der Kranschein ist unbefristet gültig und muss nicht erneuert werden. DGUV Vorschrift 52 verlangt aber eine regelmäßige, in der Regel jährliche Unterweisung durch den Arbeitgeber. Nach längerer Pause ohne Kranpraxis verlangen viele Betriebe zusätzlich eine Auffrischung.

Sie sind unsicher, ob Sie den Kran selbst bedienen dürfen? Die meisten Vermieter beraten Sie kostenlos. Nutzen Sie die Sammelanfrage auf KranVergleich.de und fragen Sie direkt beim Anbieter nach.

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