Kran mieten oder kaufen? Wann sich was lohnt — Vergleich 2026

Sie überlegen, einen Kran zu kaufen oder zu mieten? Die kurze Antwort: Bei unter 100 Einsatztagen pro Jahr ist Mieten in fast allen Fällen günstiger. Ein neuer Autokran kostet schnell 200.000–350.000€ — bei nur 50 Einsätzen pro Jahr amortisiert sich das nie. Mieten ist bei dieser Auslastung 2–3× günstiger pro tatsächlich genutztem Tag.

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die konkrete Rechnung pro Krantyp, welche versteckten Kosten beim Kauf anfallen, wann der Kauf eines Gebrauchtkrans Sinn macht und wie eine Hybrid-Strategie (eigener Standardkran + gemietete Spezialkrane) für mittlere Betriebe funktioniert.

Die 100-Einsatztage-Regel — Faustregel für Bauunternehmer

Die Bauindustrie nutzt seit Jahrzehnten eine einfache Faustregel: Unter 100 Einsatztagen pro Jahr lohnt sich der Kauf in der Regel nicht. Der Grund liegt in den Fixkosten — ein eigener Kran kostet Sie auch dann Geld, wenn er in der Halle steht. Versicherung, UVV-Prüfung, Wertverlust, Wartung und Lagerung summieren sich auf 8–15% des Kaufpreises pro Jahr.

Konkretes Beispiel — ein Autokran 30t:

Kauf eines neuen Autokrans 30t

  • Anschaffung: 280.000€ (Mittelklasse)
  • Vollkaskoversicherung: 3.000€/Jahr
  • Wartung + UVV-Prüfung: 5.000€/Jahr
  • Wertverlust (über 10 Jahre): ~22.000€/Jahr
  • Lagerung/Halle: 2.500€/Jahr
  • Kranführer (Vollzeit): 50.000€/Jahr
  • = Fixkosten pro Jahr ca. 82.500€ (ohne Kraftstoff, ohne Reparaturen)

Bei 80 Einsatztagen pro Jahr entspricht das 1.030€ pro tatsächlich genutztem Tag — gegenüber 500€/Tag Mietpreis (inkl. Kranführer). Erst ab 165 Einsatztagen kommen Sie unter den Miet-Tagessatz.

Anschaffungskosten neuer Krane — Übersicht 2026

KrantypKauf neuGebraucht (8–15 J.)Miete/Tag
Anhängerkran15.000–40.000€8.000–22.000€ab 150€
Dachdeckerkran40.000–120.000€20.000–65.000€ab 200€
Minikran (Spinnenkran)60.000–180.000€30.000–95.000€ab 250€
Ladekran (LKW)80.000–250.000€40.000–130.000€ab 300€
Autokran 30–50t200.000–400.000€100.000–210.000€ab 500€
Mobilkran 80–150t600.000–1.200.000€280.000–650.000€ab 600€
Mobilkran 500t+2.500.000–4.000.000€1.000.000–2.200.000€ab 2.500€
Baukran (Turmdrehkran)200.000–800.000€90.000–400.000€ab 4.000€/Monat
Raupenkran 100t+800.000–2.500.000€400.000–1.300.000€ab 800€

Preisspannen sind Marktrichtwerte 2026, netto. Genaue Preise hängen von Hersteller (Liebherr, Tadano, Grove, Manitowoc, Sennebogen), Baujahr, Ausstattung und Region ab.

Wann lohnt sich der Kauf eines Krans?

Drei klare Szenarien sprechen für den Kauf:

1. Dauereinsatz über 100–150 Tage jährlich

Typisch für Bauunternehmen mit eigenem Fuhrpark, Großhandwerker (Dachdeckerei mit 5+ Mitarbeitern, Stahlbaubetriebe), oder Spezialdienste wie Photovoltaik-Montage mit konstanter Pipeline. Ab dieser Auslastung amortisiert sich die Anschaffung in 7–10 Jahren.

2. Spontane Verfügbarkeit kritisch

Wenn Sie regelmäßig kurzfristig einen Kran brauchen — etwa für Bereitschaftsdienste, Reparatureinsätze oder Notfälle (Sturmschäden, Industrieausfälle) — können Mietzeiten von 24–48 Stunden Vorlauf zu lang sein. Eigener Kran bedeutet sofort einsatzbereit.

3. Kran ist Kerngeschäft

Kranvermietungen, Schwerlast-Logistiker, Industriedienstleister mit Kran-Service-Angebot — wer Krane weitervermietet oder als Bestandteil einer höhermargigen Dienstleistung einsetzt, muss eigene Geräte haben. Auslastung von 200+ Tagen/Jahr ist realistisch und der Kran zahlt sich aus.

Wann lohnt sich Mieten?

Die meisten Bauunternehmer mieten — und das aus guten Gründen:

  • Variabilität der Aufträge: Heute Dacharbeiten (Dachdeckerkran), nächste Woche Glasmontage (Minikran mit Glassauger), in zwei Monaten Schwerlast (Mobilkran 80t). Drei verschiedene Krane zu kaufen wäre unwirtschaftlich.
  • Keine Kapitalbindung: 300.000€ in einen Kran zu investieren bindet Mittel, die in Personal, Werkzeug oder neue Standorte fließen könnten. Mietkosten sind sofort betrieblich absetzbar und planbar.
  • Kein Wartungsaufwand: Hauptuntersuchung, UVV-Prüfung, hydraulische Wartung, Verschleißteile — beim Mietkran kümmert sich der Vermieter darum. Bei Eigentum sind Sie verantwortlich für jeden Schaden und jede Prüfung.
  • Modernes Equipment: Mietkrane sind oft jünger als Eigeneigentum — Kranvermieter erneuern ihren Fuhrpark alle 5–8 Jahre. Sie bekommen aktuelle Technik, moderne Funkfernsteuerung und neue Sicherheitsfeatures.
  • Kranführer inklusive: Bei Autokran, Mobilkran und Raupenkran ist der Kranführer im Mietpreis enthalten — gesetzlich vorgeschrieben (DGUV V52). Sie sparen sich den Lohn, die Sozialabgaben und Urlaubsvertretung eines eigenen Kranführers (50.000–60.000€/Jahr).

Gebrauchten Kran kaufen — wann macht das Sinn?

Ein gebrauchter Kran kostet typischerweise 30–60% weniger als ein Neukran bei 8–15 Jahren Alter — und kann eine attraktive Option sein, wenn Sie:

  • Ausreichend Auslastung haben (50–100 Tage/Jahr genügen wegen geringerer Anschaffung)
  • Wartungstechnisch versiert sind oder einen Servicepartner haben — ältere Krane brauchen mehr Pflege
  • Kein Image-Risiko sehen — ein 12 Jahre alter Kran wirkt auf manchen Baustellen weniger professionell als ein neuer

Worauf achten beim Gebrauchtkauf? Lückenlose Wartungshistorie (Wartungsbuch), aktuelle UVV-Prüfung gültig, bei straßenzugelassenen Kranen aktuelle Hauptuntersuchung, Sichtprüfung der Hydraulik (Leckagen?), Stahlbau auf Risse, Anschlagmittel (Seile, Ketten) auf Verschleißgrenze. Faustregel: Krane laufen 20–30 Jahre mechanisch, aber Hydraulik, Elektrik und Sicherheitssysteme verschleißen früher und müssen ggf. erneuert werden.

Anbieter für gebrauchte Krane: Hersteller-eigene Used-Programs (Liebherr, Tadano), spezialisierte Händler, Online-Plattformen (Mascus, MachineryZone, TruckScout24). Klaas und Böcker sind die dominierenden Hersteller im Dachdeckerkran-Segment in Deutschland — gebrauchte Modelle dieser Marken haben gute Wiederverkaufswerte.

Hybrid-Strategie: Eigener Standardkran + gemietete Spezialkrane

Für mittlere Betriebe (Dachdeckerei mit 8 Mitarbeitern, Stahlbau mit eigenem Werkstattbereich, etc.) ist oft die Hybrid-Strategie wirtschaftlich am besten:

Beispielrechnung — Dachdeckerei mit 80 Einsatztagen/Jahr

  • Eigener Dachdeckerkran (gebraucht 8 Jahre, 55.000€):
    • • 50 Einsätze/Jahr Standardaufträge
    • • Jahreskosten: ca. 11.000€ (Wertverlust + Unterhalt + Versicherung)
    • • = 220€ pro Einsatztag (gegenüber 200€ Miete: vergleichbar, aber sofort verfügbar)
  • Gemietete Spezialkrane für die restlichen 30 Einsätze:
    • • 10× Minikran für Innenmontage (250€/Tag) = 2.500€
    • • 15× Mobilkran für Schwerlast (700€/Tag) = 10.500€
    • • 5× Autokran für Vor-Ort-Einsätze (500€/Tag) = 2.500€
  • Gesamtjahreskosten: 26.500€ für 80 Einsätze.

Im Vergleich: Wenn Sie alle 80 Einsätze mieten würden, lägen Sie bei 25.000–30.000€/Jahr. Wenn Sie alle Krane kaufen würden, bei 100.000€+/Jahr. Die Hybrid-Strategie nutzt das Beste aus beiden Welten — eigener Kran für das Tagesgeschäft, Miete für Variabilität und Spitzenlasten.

Fazit: Mieten ist für die meisten der bessere Weg

Solange Sie nicht regelmäßig über 100 Tage pro Jahr einen Kran brauchen, ist Mieten in fast allen Fällen die wirtschaftlichere Wahl — und sie skaliert mit Ihren Aufträgen, statt Fixkosten in Form eines Krans in der Halle zu verursachen. Bei mehr als 150 Einsatztagen oder wenn ein Standardkran 80% Ihrer Aufträge abdeckt, lohnt sich Kauf (neu oder gebraucht) oder eine Hybrid-Strategie.

Wenn Sie sich unsicher sind, ist der schnellste Weg, eine kostenlose Sammelanfrage zu stellen — Sie bekommen Angebote von mehreren Vermietern in Ihrer Region und sehen sofort, wie viel das Mieten für Ihren konkreten Bedarf kostet. Damit haben Sie eine Vergleichsbasis für die Kauf-Entscheidung.

Häufige Fragen: Kran mieten

Kran mieten oder kaufen — was ist günstiger?
Faustregel: Bei weniger als 100 Einsatztagen pro Jahr ist Mieten in fast allen Fällen günstiger. Ein neuer Autokran 30t kostet 200.000–350.000€ Anschaffung, plus 15–25.000€/Jahr für Wartung, Versicherung, Lagerung und Wertverlust. Bei 80 Einsatztagen jährlich kostet die Miete (500€/Tag × 80) 40.000€ — bei Kauf wären die laufenden Kosten allein schon bei der Hälfte, bevor die Anschaffung amortisiert ist. Erst ab 100–150 Einsatztagen wird Kauf wirtschaftlich.
Was kostet ein neuer Kran?
Anschaffungskosten variieren stark nach Krantyp: Anhängerkran 15.000–40.000€, Dachdeckerkran 40.000–120.000€, Minikran (Spinnenkran) 60.000–180.000€, Ladekran 80.000–250.000€, Autokran 30t 200.000–350.000€, Mobilkran 100t 800.000–1.500.000€, Schwerlast-Mobilkran 500t über 3.000.000€, Baukran (Turmdrehkran) 200.000–800.000€ je nach Höhe und Tragkraft.
Was kostet ein gebrauchter Kran?
Gebrauchtkrane kosten typischerweise 30–60% weniger als Neukrane bei 8–15 Jahren Alter. Ein gebrauchter Minikran mit 5.000 Betriebsstunden liegt bei 25.000–80.000€. Ein gebrauchter Autokran 30t mit 8–12 Jahren bei 80.000–180.000€. Wichtig beim Gebrauchtkauf: lückenlose Wartungshistorie, aktuelle Hauptuntersuchung (für straßenzugelassene Krane), UVV-Prüfung gültig, und realistische Restnutzungsdauer (Krane laufen 20–30 Jahre, aber Komponenten verschleißen unterschiedlich).
Welche versteckten Kosten gibt es beim Kran-Kauf?
Neben dem Kaufpreis fallen jährlich an: Vollkaskoversicherung 1.500–4.000€, UVV-Prüfungen 200–600€ jährlich, Wartung 2.000–8.000€ je nach Größe, Lagerung/Halle 1.200–4.000€, Wertverlust 5–10% pro Jahr (linear über 10 Jahre meist 60–80% Gesamtwertverlust), Kranführerkosten falls Sie nicht selbst fahren 40.000–60.000€/Jahr für eine Vollzeitstelle. Summiert ergibt das bei einem Autokran 30t leicht 20.000–35.000€ Fixkosten pro Jahr — unabhängig davon, wie oft der Kran tatsächlich läuft.
Wann lohnt sich Kran-Kauf trotz hoher Kosten?
Drei Szenarien: (1) Sie haben Dauereinsatz über 100–150 Tage pro Jahr — typisch für Bauunternehmen mit eigenem Fuhrpark oder Großhandwerker (Dachdeckerei mit 5+ Mitarbeitern). (2) Sie brauchen den Kran spontan verfügbar (Bereitschaftsdienst, Reparatureinsätze) und Mietzeiten von 24–48 Stunden Vorlauf passen nicht. (3) Der Kran ist Teil Ihres Kerngeschäfts (Kranvermietung, Schwerlast-Logistik) und Sie können ihn auslasten ODER weitervermieten.
Lohnt sich ein gebrauchter Dachdeckerkran für mein Dachdeckergeschäft?
Bei einer typischen Dachdeckerei mit 4–8 Mitarbeitern und 60–100 Einsatztagen pro Jahr liegen Sie an der Grenze. Rechnung: Gebrauchter Dachdeckerkran 50.000€ + 4.000€/Jahr Unterhalt + 4.000€/Jahr Wertverlust = ca. 13.000€ Jahresaufwand bei 10 Jahren Nutzung. Bei 80 Miet-Einsatztagen pro Jahr wären das 16.000€ (200€/Tag). Der Kauf ist also etwa 3.000€/Jahr günstiger — aber dafür haben Sie Kapitalbindung, Lagerung und Wartungsaufwand. Viele Dachdecker mieten trotzdem, weil die Variabilität (verschiedene Krantypen je Projekt) und Auslastungsschwankungen das Risiko erhöhen.
Kann ich einen Kran finanzieren oder leasen?
Ja. Bei Krankauf üblich sind: Bankfinanzierung über 5–8 Jahre mit 3–6% Zinsen, Leasing (3–5 Jahre Laufzeit, monatliche Raten ohne Eigentumserwerb), Mietkauf (Miete zählt anteilig auf den Kaufpreis an). Bei Leasing fallen typischerweise 1.500–6.000€ pro Monat an je nach Krangröße. Leasing ist steuerlich oft attraktiver als Kauf, weil die Raten als Betriebsausgabe sofort absetzbar sind — anders als die Abschreibung beim Kauf (verteilt über 10 Jahre).
Hybrid-Strategie: Kran kaufen UND mieten — wie geht das?
Für mittlere Betriebe sinnvoll: Eigenen Standardkran kaufen (z.B. einen Dachdeckerkran oder Minikran für 80% der Aufträge), Spezialkrane mieten (Schwerlast-Mobilkran für Großprojekte, Spinnenkran für Glasarbeiten). So decken Sie das Tagesgeschäft mit eigenem Gerät bei optimaler Auslastung ab und greifen für Sonderaufgaben auf Mietkrane zu — ohne den Wertverlust eines selten genutzten Spezialkrans zu tragen.

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